Neues Regenrückhaltebecken ist fehlerfrei ans Netz gegangen

34 Millionen Euro investiert: Gewitter können kommen

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Oberirdisch sind nur ein kleiner Betondeckel, geschwungene Lüftungsrohre und ein unscheinbares Betriebsgebäude zu sehen. Unter der Erde aber hat das Regenüberlaufbecken gewaltige Dimensionen. Es fasst 500 Kubikmeter Regenwasser.

Rodgau - Mit dem Bau des neuen Regenüberlaufbeckens an der Wilhelm-Leuschner-Straße sind die im Generalentwässerungsplan für die Jahre 2002 bis 2015 vorgesehenen Arbeiten am städtischen Kanalnetz vorerst abgeschlossen.

In diesem Zeitraum haben die Stadtwerke 34 Millionen Euro in den Untergrund investiert. Die 185 Kilometer Kanalnetz in Rodgau sind in einem guten Zustand. Das gilt umso mehr nach den Investitionen der vergangenen 13 Jahre: 34 Millionen Euro flossen in den Neubau und die Sanierung. „Von dem Geld ist zwar nichts mehr zu sehen, aber die Bürger spüren trotzdem, was diese Investition für sie bedeutet. Die Keller in Rodgau laufen bei Starkregen nämlich entweder gar nicht mehr – oder viel weniger voll als andernorts“, freute sich gestern Bürgermeister Jürgen Hoffmann zur Vorstellung des neuen Regenüberlaufbeckens. Es ersetzt das bisherige Becken an dieser Stelle und fasst 500 Kubikmeter. Baukosten: 2,6 Millionen Euro.

Begonnen hatten die Überlegungen zur Aktualisierung des Generalentwässerungsplans schon im Jahr 1998. Sie fielen damit in eine Zeit, in der Hoffmann noch Chef der Stadtwerke war, bevor er zur Kreisverkehrsgesellschaft und dann ins Bürgermeisteramt wechselte. Hoffmann dankte denn auch jenen Mitarbeitern ausdrücklich, die so lange und konsequent an dem ehrgeizigen Projekt gearbeitet haben. Besonders wichtig: Die Baumaßnahmen am Kanal und den diversen Überlaufbecken reichen aus, um auch den Bedarf nach der Besiedelung der zurzeit geplanten Neubaugebiete und den erwarteten Gewerbezuwachs zu decken. Wie berichtet, sind allein zwischen Hainhausen und Jügesheim 42 Hektar Bauland vorgesehen. Hinzu kommen Neubaugebiete in Nieder-Roden und Dudenhofen. Der nächste Starkregen kann also kommen.

„Das gute Niveau der Entwässerung der Stadt Rodgau bestätigen auch die Behörden und die Ingenieurbüros“, stellte Stadtwerkechef Dieter Lindauer zufrieden fest. Mit dem Bau des Regenüberlaufbeckens in der Wilhelm-Leuschner-Straße sei der Generalentwässerungsplan erfüllt. Aber schon bald werde es in eine neue Runde gehen. Am nächsten Generalentwässerungsplan werde etwa in den kommenden drei Jahren gearbeitet.

Die Stadtwerke hatten den Plan 1998 bis 2002 für die Stadt entwickelt und dann bis 2015 umgesetzt. Seit 2005 wurden mit Inlinertechnik (Rohr im Rohr oder Schlauch im Rohr) 40 Kilometer Kanal saniert. Hinzu kamen sieben Kilometer ganz neu verlegte Kanäle aus Beton- und/oder Steinzeug. Alles immer unter Einhaltung aller Umweltvorschriften. Sanierungsmaßnahmen wurden ausgeführt in Lortzingstraße, Friedrich-Ebert-Straße, Liebigstraße, Martin-Bihn-Straße, Finkenweg (Umbau eines Schachts), Weiskircher Straße, Südring, Frühlingsaustraße, Schwesternstraße, Erschließung VGP-Gewerbepark Dudenhofen, Ersatzneubau Einlaufbauwerke Rodau, Wiesenstraße, Hegelstraße, Rollwald verlängerte Isarstraße, Friedhofstraße und Fontanestraße – um nur einige zu nennen. Hinzu kamen Ersatzneubauten der Schachtbauwerke am Hauptsammler und viele Erneuerungen von Hausanschlüssen und Anschlussleitungen.

bp

Quelle: op-online.de

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