Globetrotter treffen unterwegs einen weiteren Rodgauer

Rodgauer Paar auf Weltreise: Besuch am Ende der Welt

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Pinguine in freier Natur und so großer Zahl: Solch ein großartiger Anblick erfreut nicht nur ein Biologen-Herz.

Jügesheim - Sachen gibt’s, die gibt’s gar nicht: Da machen zwei Jügesheimer seit Monaten eine Weltreise – und wen treffen sie am anderen Ende der Welt? Einen weiteren Jügesheimer.

Auf ihrer großen Tour (wir berichteten) reisten Thomas Guthmann und Manuela Gebhardt zuletzt von Vancouver ganz in den Süden Südamerikas nach Ushuaia. Obwohl der Sommer vor der Tür stand, wurden sie mit einem Schneesturm am Ende der Welt begrüßt. Ein paar Wochen verbrachten sie in der südlichsten Stadt der Erde, die sich so gar nicht frühlingshaft zeigte, denn ausgehend von Ushuaia erfüllten sich die beiden einen lang gehegten Wunsch. Für 18 Tage erlebten sie den antarktischen Sommer auf den Falklandinseln, welche trotz der Entfernung zum Königreich unglaublich britisch waren.

Auf Südgeorgien kamen die zwei Biologen aus dem Staunen nicht mehr heraus, als sie in Salisbury Plains vor 60.000 Königspinguinen standen. Und letztlich erlebten sie das Weiß der Antarktis mit Eisbergen und brütenden Pinguinen. Für die zwei Weltreisenden ein einzigartiges Erlebnis, für das es schwer fällt, Worte zu finden. Die Rückfahrt durch die berüchtigte Drake Passage, die berühmt ist für ihre starken Winde, gestaltete sich glücklicherweise recht ruhig.

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Insgesamt hatten die beiden Weltreisenden viel Glück mit dem Wetter während ihrer Schiffsreise: Nur einmal gab es Wellen bis acht Meter Höhe und Sturmböen mit Windgeschwindigkeiten über 100 km/h. Ein kurzes Video gibt es auf dem Weltreise-Blog zu sehen. Bis hinauf an die Scheiben der Schiffsbrücke spritzten die Wellen bei strahlend-blauem Himmel, während ringsumher gigantische Eisberge vorbeizogen. Nachdem sie wieder festen Boden unter den Füßen hatten, setzten sie ihre Reise fort. Weiter nach Norden, dem Verlauf der Panamericana folgend. Leider nicht mehr mit dem eigenen Auto, sondern mit Bussen, was besonders Guthmann schwerfällt: „Wir können nun nicht mehr anhalten, wann immer wir wollen. Entdecke ich ein interessantes Fotomotiv, rast der Bus einfach weiter“, bedauert der 34-Jährige.

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Trotz alledem ist der Bus das Fortbewegungsmittel in Südamerika: Wer an unbequeme Linienbusse denkt, der liegt völlig falsch, denn die Busse gleichen dort eher einem Flugzeug. Je nach Preis und Länge der Fahrt gibt es Liegesessel, eine warme Mahlzeit und ein Videoprogramm. Der Zeitvertreib ist aber auch nötig, da ihre jüngste lange Busfahrt 38 Stunden dauerte – dank zweier Busschäden.

Ganz im Süden von Argentinien liegt Ushuaia am Beagle-Kanal. Dort machten die beiden Rodgauer mal wieder ein Selbstporträt als Beweis für ihren Besuch. 

In Chile verbrachten die Rodgauer ein paar Tage in Puerto Natales, um sich dort für ihre Wanderung im Torres del Paine Nationalpark vorzubereiten, ein Muss für jeden Patagonienreisenden. Dort hatten sie ihr bisher unerwartetes Erlebnis: In einem Restaurant fragten zwei andere Reisende, ob sie sich dazu setzen können. Ein paar Brocken Englisch reichten für beide Seiten und jeder war als Deutscher entlarvt. Im Gespräch stellte sich heraus, dass der andere junge Mann – Marcel Fazler – ebenfalls aus Jügesheim stammt. Tausende von Kilometer von zu Hause entfernt und man trifft nahezu am Ende der Welt Leute aus seinem Heimatort. Nicht verwunderlich, dass es ein langer Abend wurde: Reisegeschichten und Tipps wurden ausgetauscht, bevor man in der Jugendzeit schwelgte, denn beide hatten auch noch die gleiche Schule besucht (wenn auch mit fünf Jahren Unterschied). Aktuell reisen Manuela Gebhardt und Thomas Guthmann durch Chile. Wer die Tour verfolgen möchte: www.thomasguthmann.de.

siw

Quelle: op-online.de

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