Britischer Autor vermutet Vorfahren in Rodgau

Was das Guggenheim-Museum mit Giesem verbindet

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Guggenheim-Museum in Bilbao

Jügesheim - Hat die US-amerikanische Industriellenfamilie Guggenheim ihre Wurzeln in Jügesheim? Ein Buch eines britischen Autors nährt diese Vermutung. Das ist ein gefundenes Fressen für die Fastnachter des JSK Jügesheim und ihre „Gugisheimer“. Von Ekkehard Wolf 

Den Namen Guggenheim verbinden Kunstfreunde mit den gleichnamigen Museen in New York, Venedig und Bilbao. Die Familiendynastie der Guggenheims hatte mit Silber- und Kupferminen ein Vermögen angehäuft. Vorfahren dieser Familie stammten möglicherweise aus Jügesheim. Diese Vermutung äußert der britische Buchautor Anton Gill in einer Biografie der Kunstsammlerin und -mäzenin Peggy Guggenheim (1898 - 1979). In seinem Buch „Art Lover“ aus dem Jahr 2003 schreibt er, frei übersetzt: „Der Ursprung, die Herkunft der Guggenheim-Familie ist ungewiss, aber es ist denkbar, dass ihr Ursprung von Jügesheim, wie es heute genannt wird, stammt, südöstlich von Frankfurt am Main.“

Rosel Zahn aus Jügesheim hatte die Fastnachter auf dieses Zitat aufmerksam gemacht. Dass die Narren hellhörig wurden, ist kein Wunder: Die Gugisheimer und ihr Anführer, der Gugi, symbolisieren sozusagen die Ureinwohner des Orts. Und von Gugisheim zu Guggenheim ist sprachlich nur ein kleiner Schritt. Das heutige Jügesheim hat im Lauf der Jahrhunderte eine Reihe an Namensänderungen durchgemacht. In der ältesten bekannten Urkunde 1261 hieß es Guginsheim, später unter anderem Gugesheym (1403). Jogeßheim (1479) oder Gugeßheim (1527). Der ursprüngliche Name stammte von „Gugin“, einem Vogt von Karl dem Großen.

Wenn man nur nach der Namensähnlichkeit geht, könnte die Familie Guggenheim ihren Ursprung auch in Seeheim-Jugenheim haben. Der Ortsteil Jugenheim hieß früher unter anderem Guginheim (1310) und Gugenheim (1335). Der britische Autor Anton Gill spekuliert aber nicht mit mehr oder weniger zufälligen Namensähnlichkeiten. Er stützt sich auf zahlreiche Quellen, unter anderem auf amtliche Aufzeichnungen aus der Gemeinde Lengnau in der Schweiz. Die Familie Guggenheim war im 17. Jahrhundert von Deutschland in die Schweiz ausgewandert, weil Juden dort besser behandelt wurden als in Deutschland.

Simon Meyer Guggenheim wanderte 1847 von Lengnau in die USA aus. Die Familie schlug sich anfangs als Hausierer durch und machte später ein Vermögen mit Silber- und Kupferminen. Das Historische Lexikon der Schweiz bezeichnet die Guggenheims als eine der jüdischen Familien, die am längsten ohne Unterbrechung in der Schweiz leben. Den Ursprung des Namens Guggenheim verortet dieses Lexikon allerdings im Elsass, und zwar in einem Dorf namens Gougenheim. Ob man dort wohl auch Fastnacht feiert?

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Quelle: op-online.de

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