Auf gute Lesbarkeit achten

Hausnummern und Klingelschilder im Notfall wichtig

+
Blätternde Farbe oder nur wenig Kontrast zum Untergrund und schon ist die Hausnummer nachts kaum mehr zu lesen.

Rodgau - Zugewuchert, abgeblättert, unbeleuchtet oder schlicht und einfach nicht vorhanden: Solche mangelhaften oder fehlenden Hausnummern machen es allen Rettern und Helfern im Notfall schwer. Deswegen sollten Bürger darauf achten, dass ihre Hausnummer und auch das Klingelschild immer gut lesbar sind.

„Uns betrifft das nicht so sehr, weil wir wirklich gute Ortskenntnise haben“, sagt Michael Gröschl. So seien es wenige Objekte, bei denen es besondere Sachlagen gebe und die seien der Feuerwehr bekannt. Als Beispiel nennt der stellvertretende Stadtbrandinspektor etwa eine Adresse, die von der Rückseite angefahren werden müsse. „Das wissen aber alle“, meint Gröschl. Problematischer seien Eckgrundstücke, weil da manchmal nicht klar sei, wo die Zugang ist. „Doch in mehr als 90 Prozent der Fälle stehen Leute draußen, die den Weg weisen“, ist seine Erfahrung.

Das sieht beim Regionalverband Offenbach der Johanniter-Unfall-Hilfe mit Sitz in Rodgau schon wieder ein wenig anders aus: Die Rettungsfahrzeuge werden von der Leitstelle in Dietzenbach instruiert, wohin die Fahrt geht. Mit Hilfe eines Navigationsgeräts und zusätzlichem klassischen Kartenmaterial fürs primäre Einsatzgebiet ausgerüstet finden die Helfer allerdings nicht jede kleine Gasse. „Doch die Kenntnis vom besten Anfahrtsweg wächst mit der Ortskenntnis“, sagt JUH-Regionalvorstand Sven Korsch. In Städten mit mehr als 50.000 Einwohnern sei auch eine Ortskenntnisprüfung nötig.

Es geschehe eher selten, dass Hausnummern gesucht würden. Probleme würden den Mitarbeitern eher Untergliederungen wie a, b, c bereiten oder geteilte Straße und manches Hinterhaus. „Schwierig wird es manchmal an großen Gebäudekomplexe mit vielen Klingeln wie etwa die China-Mauer in Nieder-Roden.“ Doch auch isoliert stehende und außerhalb liegende Häuser bereiten manchmal Probleme, weil einfach mehr Zeit als nötig draufgeht, wenn man dort nicht die richtige Adresse findet.

Ein Lotse sei durchaus eine willkommene Hilfe, vor allem in engen kleinen Gässchen, wenn eine Zufahrt mit dem Auto gar nicht möglich sei. Außerdem lasse sich dann schnell klären, was eventuell an Hilfsmitteln mitgenommen werden müsse – insbesondere wenn der Wagen zurückbleiben müsste. „Bei der Polizei machen die Adressensucher viel mit ihrer täglichen Routine wett“, sagt Sascha Köhler. Klar sei eine beleuchtete Hausnummer das i-Tüpfelchen, aber bei den täglichen Einsätzen im Dienstgebiet seien fehlende Klingelschilder das weitaus größere Problem, meint Köhler.

„In Hochhäusern mit langen Fluren kann das ein Dilemma werden, wenn sie nachts dorthin müssen, dann können sie auch nicht erst überall klingeln“, erläutert der Polizeisprecher. Würden die Polizisten etwa in einem Fall von häuslicher Gewalt gerufen, sei auch nicht damit zu rechnen, dass ihnen jemand den Weg weise. (siw)

Quelle: op-online.de

Kommentare