Geschwister-Scholl-Schule feiert 50-jähriges Bestehen

Hainhausen: Turnhalle schien Erstklässler riesig

Hainhausen -  Die Geschwister-Scholl-Schule (GSS) feiert ihr 50-jähriges Bestehen. Roland Schmitt wurde damals dort eingeschult und blickt auf seine Schulzeit zurück. Von Simone Weil 

Mäntelchen und kleines Hütchen für die Jungs waren 1965 offensichtlich in Mode: Auf diesem Jahrgangsbild ist Roland Schmitt allerdings fast verdeckt. 

Roland Schmitt erinnert sich noch gut an seinen ersten Schultag vor 50 Jahren in der GSS, die damals Grund- und Hauptschule war. Als „Kann“-Kind war der Knabe der Jüngste in der 25-köpfigen Klasse: „Wir waren der allererste Jahrgang, der dort lernte. Alles war noch ganz neu.“ Insbesondere das großzügige Gebäude mit viel Platz und großen Fenstern ist ihm noch im Gedächtnis. Die Turnhalle sei riesig gewesen. „Nach unserem Kindergarten war das wirklich beeindruckend“, sagt der Ehemalige.

Schmitt weiß noch, dass morgens alle Schüler aufstehen und zuerst Kettenaufgaben lösen mussten. „Wer die richtiger Lösung hatte, durfte sich setzen“, erzählt der 56-Jährige, dem das Fach Mathematik Spaß gemacht hat. An viele Lehrer kann der Jügesheimer sich erinnern, viele Namen fallen ihm ein. Wenn die ganze Woche über anständig mitgearbeitet worden sei, hätte am Samstag (der damals noch Schultag war) Märchenvorlesen auf dem Stundenplan gestanden.

Roland Schmitt freut sich aufs Treffen mit seinen früheren Mitschülern. 

Übrigens hätten sich die Jungs auch im Handarbeiten und die Mädchen im Werken üben müssen. Das fand Schmitt gut. Auch die naturwissenschaftlichen Räume für Chemie und Physik, die er ab der 5. Klasse besuchte, haben den früheren Scholl-Schüler schwer beeindruckt: „Das war immer richtig aufregend.“ Die Großeltern, bei denen er wegen des frühen Todes seiner Mutter aufwuchs, wohnten an der Hauptstraße in Weiskirchen. Auf dem Weg zur Schule holte Schmitt immer erst einen Schulfreund ab. Mittags kam der Junge kaum heim, weil noch lange gekickt wurde.

Ob er ein guter Schüler war? „Einer der schlechtesten“, verrät der GSS-Absolvent. Oft habe er in der Ecke stehen müssen, weil er mit Papierkrampen geschossen habe. Seine schelmische Erklärung für sein Verhalten: „Es gibt Phasen im Leben, da ist Fußball wichtiger.“ Es ist kein Wunder, dass Roland Schmitt so viel Selbstbewusstsein an den Tag legt: Schließlich hat er seine Fußball-Leidenschaft gerade noch so rechtzeitig überwunden, dass er als drittbester seines Jahrgangs den Schulabschluss schaffte – mit zusätzlichem Präsent.

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Als positiv bewertet es Schmitt, dass die Geschwister-Scholl-Schüler im 9. Schuljahr mit Betriebsbesichtigungen und Praktika intensiv ans Berufsleben herangeführt wurden. Ihm selbst wurde beim Praktikum bei der Hoechst AG eine Ausbildungsstelle angeboten. Der gelernte Betriebsschlosser, der noch 18 Jahre in dem Unternehmen arbeitete, absolvierte die Meisterprüfung und machte sich schließlich selbstständig: Heute ist er Geschäftsführer der Helmut Achenbach GmbH mit Sitz in Hattersheim, die sich mit Maschinen-, Apparate- und Rohrleitungsbau beschäftigt.

Anlässlich des Schuljubiläums kommen die Ehemaligen von Schmitts Jahrgang am Freitag, 13. November, ab 16.30 Uhr an der heutigen kooperativen Gesamtschule zusammen: Darauf freut sich der Jüngste der Runde schon sehr.

Quelle: op-online.de

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