Anwohner stinkt es

Haufenweise Hundehaufen hinter Garten

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Erich Kreuzwieser ärgert sich. „Was denken sich diese Hundehalter eigentlich?“, fragt sich der Anwohner. 

Jügesheim - Man kann es wirklich kaum fassen: Erich Kreuzwieser stinkt es, dass der Fußweg hinter seinem Garten zur Ekel-Zone wird. Von Simone Weil 

Es ist ein ordentliches und adrettes Wohngebiet, von dem anzunehmen wäre, dass die soziale Kontrolle funktioniert. Und doch scheinen auf dem Fußweg zwischen Kasseler Straße und Altem Weg regelmäßig rücksichtslose Gesellen mit ihren Vierbeinern unterwegs zu sein. Mit dem Ergebnis, dass in Abständen von einem etwa einem Meter die Hinterlassenschaften der Hunde zu finden sind.

Erich Kreuzwieser hat dort auf geschätzten 150 Metern zwischen 50 und 60 „Hundehaufen größerer Art“ gezählt. Er schimpft: „Es ist nicht möglich, ohne genaueres Hinsehen zu vermeiden, dass man in so eine Tretmine tritt. Was denken sich diese Hundehalter eigentlich?“ Weil er sich nicht zu helfen weiß, wendet er sich an unsere Zeitung. Der Garten des Hauses an der Heinrich-Böll-Straße, in dem er wohnt, hat einen Ausgang zu dem Fußweg, der zum Hundeausführparadies geworden ist. Herrchen und Frauchen lassen ihre Fiffi dort anscheinend ganz ungeniert ihr Geschäft verrichten. Das alleine wäre nicht so schlimm, wenn sich die Hundehalter mit Tüten ausstatten und um die entsprechende Entsorgung kümmern würden. Doch offensichtlich glauben diese Herrschaften, sie seien ganz allein auf dieser Welt.

„Früher lag so ein größerer Hundehaufen immer direkt vor unserer Gartentür“, erzählt Kreuzwieser. Seine Frau habe diverse Halter angesprochen, die sie beim Gassigehen gesehen habe, und dann sei eine Zeit lang tatsächlich Ruhe eingekehrt, berichtet der Jügesheimer.

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Doch nun ist der ganze Weg zur Ekel-Zone geworden. In dieser Dichte könne man seines Erachtens schon von einer Gesundheitsgefährdung sprechen, meint der Anwohner, der seit etwa 15 Jahren an der Heinrich-Böll-Straße lebt. Denn auf dem gepflasterten Weg sind außer Fußgängern auch Kinder mit dem Fahrrad und Mütter mit Kinderwagen unterwegs. Kreuzwieser hofft, die Herrchen für die Sache der Anwohner sensibilisieren zu können. Schließlich möchte niemand die Hundehaufen vor der eigenen Haustür haben – und schon gar nicht in dieser Konzentration.

Vielleicht kann die Stadt noch ein wenig dazu beitragen, dass die Situation besser wird. Wie Sprecherin Sabine Fischer erläutert, handelt es sich bei der Hinterlassenschaft eines Vierbeiners, die nicht ordentlich entsorgt wird, um eine Ordnungswidrigkeit, die mit 50 Euro geahndet wird. Doch dazu müssten Herrchen oder Frauchen samt Hund auf frischer Tat ertappt werden. Die rücksichtslosen Ausführer sehen aber üblicherweise zu, dass sie mit ihren Vierbeinern nicht von den Ordnungshütern erwischt werden und sind vorzugsweise am späten Abend oder am frühen Morgen unterwegs.

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Damit die Halter sich wenigstens nicht mehr rausreden können, sie hätten gerade keine Tüte zur Hand gehabt, will die Stadt prüfen, ob auf der besagten Ausführmeile nicht wenigstens ein Hundekotbeutel-Behälter aufgebaut werden kann. „Wir sammeln in solchen Fällen immer mehrere Standortvorschläge und setzen das sukzessive um“, erläutert Sabine Fischer. Es könnte also noch etwas dauern, bis der Vorschlag aufgegriffen wird. Immerhin investiert die Stadt Rodgau derweil in die Weiterbildung der Hundehalter und informiert in einer Broschüre, die gerade im Entstehen ist, über Rechte und Pflichten.

Quelle: op-online.de

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