„Sie kommen nicht rein“

Ableser haben wegen Betrugsmasche Probleme

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Thomas Köthe und seine Kollegen machen derzeit einiges mit. Nach einer weit verbreiteten Warnung vor unseriösen Ablesern wird der gute Mann immer öfter nicht mehr in Wohnungen hineingelassen.

Rodgau - Thomas Köthe ist konsterniert. Immer häufiger wird der Heizungsableser nicht mehr in die Wohnungen gelassen. Grund dafür ist eine weit verbreitete Warnmeldung vor Betrügern.

Sie verschaffen sich Zutritt, indem sie behaupten, den Rauchwarnmelder in der Wohnung prüfen zu müssen. „Sie kommen hier nicht rein!“ So ergeht es Köthe und seinen vielen Kollegen derzeit häufig. Als Dienstleister für eine namhafte Firma für Energieberechnungen liest er nicht nur den Heizverbrauch ab, sondern prüft auch Rauchwarnmelder. Obwohl seine von Hausverwaltungen oder Eigentümern veranlassten Besuche mit Karte und Aushang angemeldet sind, steht er immer öfter vor verschlossener Tür.

Als der Mann jetzt in einem Mehrfamilienhaus in Jügesheim nach dem Grund für diese Verweigerungshaltung fragte, bekam er einen Warnhinweis einer lokalen Freiwilligen Feuerwehr gezeigt. Darin werden Hausbesitzer, Wohnungseigentümer und Mieter vor dubiosen Gestalten gewarnt, die unter dem Vorwand genau dieser Rauchmelderüberprüfung Zugang in den ansonsten abgeschlossenen Hausbereich erlangen – und dann klauen wie die Raben. Ebenso, so sagte einer der aufgebrachten Wohnungseigentümer, warne auch die Polizei vor dieser neuen Masche. Es dauerte eine ganze Weile, bis Köthe den Wohnungsinhaber davon überzeugt hatte, dass er gesetzeskonform arbeitet. Das Vorzeigen eines Ausweises, der den Handwerker als ehrlichen Beauftragten der Firma bestätigte, löste schließlich das Problem.

Dieser Vorgang wiederholte sich seither jedoch mehrfach. „Das betrifft Dutzende Kollegen“, bedauert Köthe die Entwicklung. Für gesundes Misstrauen hat er durchaus Verständnis. Seinen Job möchte er aber trotzdem gerne ausüben. Eine Sprecherin des Dienstleisters Techem hat für solche Fälle übrigens einen guten Rat. Längst gebe es Rauchmelder, die per Funk die entscheidenden Daten übertragen. Zur Überprüfung müssen Ableser wie Thomas Köthe dann gar nicht erst in die Wohnung. (bp)

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Quelle: op-online.de

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