50 Helfer bei Geflügelzüchtern aktiv

Grillfest ist ein Magnet

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Hinter dem populären Grillfest beim Rassegeflügelzuchtverein Nieder-Roden steht ein bewährtes Team. In der Mitte mit Schärpe Hermann Reichenbach, rechts Anne Gutjahr. - Fotos: Karin Klemt

Nieder-Roden - Einmal im Jahr bekommen Hühner und Gänse auf dem Gelände des Rassegeflügelzuchtvereins (RGZV) im Nieder-Rodener Eicheleck Gesellschaft von hunderten ungefiederter Zweibeiner.

Das Grillfest beim „Hühnerverein“ ist Kult, die Qualität der Verpflegung legendär. Um Steaks und Würste auf dem Schwenkgrill brutzeln zu sehen und dann genüsslich zu verspeisen, fanden sich um die 400 Gäste ein. „Es wird von Jahr zu Jahr größer“, sagt Anne Gutjahr, im RGZV-Vorstand unter anderem für den Kontakt zur Öffentlichkeit verantwortlich. „Die Leute wissen halt, was sie hier bekommen“. Gelassenes Selbstbewusstsein scheint durchaus angebracht: 2002 erstmals im großen Rahmen aufgezogen, ist die Brutzel-Party längst über den Geheimtipp-Status hinaus gereift. Kaum war am Freitagnachmittag um 17 Uhr der offizielle Startschuss gefallen, wurden rund um das großzügige Züchtergelände mit eigenem Anschluss an den Reiber-Kreisel die Parkplätze knapp.

Den Kennzeichen nach hallt der formidable Ruf der Veranstaltung auch in Nachbarkreisen wider, von Darmstadt-Dieburg bis Main-Kinzig und Aschaffenburg. Hermann Reichenbach, mit 76 Jahren ältester Züchter im Verein, dienstältester Grillfest-Helfer und am Freitag mit goldener Schärpe und angemessenem Applaus zum Oberkellner befördert, erinnert sich noch gut an die Anfänge. Seit 1953 Vereinsmitglied, kennt er das sommerliche Kulinarium seit dem Bezug des Vereinsgeländes 1969. Seinerzeit hatten die Mitglieder vorwiegend eigenhändig das Clubheim gebaut, auf 13 Parzellen Ställe und Volieren und darüber hinaus weitläufige Grünflächen angelegt. Vorwiegend Mitglieder und ihre Familien trafen sich jedes Jahr zum gemeinsamen Grillen.

Schwatzhafte Aufpasser: Auf dem RGZV-Gelände streifen diverse Haus- und Graugänse umher.

Qualität, weiß Anne Gutjahr, habe dabei schon immer eine wichtige Rolle gespielt. Selbst seit 2002 dabei, hat sie nach eigenen Worten noch nie erlebt, dass den Grillfest-Gästen Billigware vorgesetzt worden wäre. So kämen etwa Kartoffeln für den Salat oder die Zwiebeln, die bergeweise auf der Bratplatte schmoren, immer frisch vom Bauern. Auch beim Service schöpfen die Gastgeber aus dem Vollen. Am Freitag boten sie mehr als 50 freiwillige Helfer auf. Bei früheren Grillfesten seien es schon über 70 gewesen, so Gutjahr. Das Personal am Grill, der Theke oder mit Kellnerschürze rekrutiert sich aus einem Stamm von aktuell 95 Mitgliedern – recht beachtlich, finden Gutjahr und ihre Vorstandskollegen, zumal sich derzeit auch vier Jugendliche als aktive Züchter betätigen.

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Alle Volieren sind belegt. Gleichwohl spürt auch der GRZV im Zeitgeist Gegenwind: Seltener als früher seien ganze Familien im Verein aktiv, hat Hermann Reichenbach beobachtet. „Es ist aufwendig, ein teures Hobby“, räumt er ein. Vor allem der Besuch von Ausstellungen auf Landes- oder Bundesebene, für ernsthaft engagierte Züchter ein Muss, gehe ins Geld und beanspruche viel Zeit. „Der Verein würde junge Leute gern unterstützen“, betont der Veteran. „Aber es fehlt heute an Interesse.“

Noch aber ist der RGZV ein Fixpunkt im gesellschaftlichen Leben Nieder-Rodens und der Nachbarschaft. Neben dem Grillfest stellt der Verein unter anderem jährlich einen Kappenabend und im Herbst die Lokalschau auf die Beine. Dieses Jahr wollen die Züchter voraussichtlich am 12. und 13. November ihre schönsten Tiere zeigen, wiederum auf dem Vereinsgelände im Eicheleck. Wer nicht so lange warten will, kann den „Hühnerverein“ jeden Sonntag besuchen: Immer von 9 bis 13 Uhr und von 16 bis 20 Uhr herrscht im Vereinsheim öffentlicher Wirtschaftsbetrieb. (rdk)

Quelle: op-online.de

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