Mit Polizeischutz zur Weide zurückgebracht

Herrenloses Pony „Galahad“ eingefangen

Nieder-Roden - Beim Abendspaziergang mit ihren drei Irischen Settern hat Hundetrainerin Ute Frank ein herrenloses Pony aufgelesen. Aus der Ferne sah das Pferdchen aus wie ein großer Hund. Von Ekkehard Wolf 

Ute Frank mit ihrer Hündin „Chenoa“ und Ponyhengst „Galahad“.

Setterhündin „Chenoa“ witterte das andere Tier als erste, noch bevor es im hüfthohen Gras zu sehen war. „Ich dachte: Reh oder Wildsau, bitte nichts von beidem“, berichtet Ute Frank. Die weitere Begegnung schildert sie so: „Da  kommt uns auf einem Wiesenweg ein großer schwarzer Hund entgegen. Chenoa stellt sich zwischen uns und den Hund, will das ,Rudel’ offenbar abschirmen und beschützen. Bliss und Frieda bellen. Der schwarz-braune Hund lässt sich nicht beirren, kommt unverdrossen näher - und trägt ein Halfter!“ Ein Hund mit Halfter? Der unbekannte Vierbeiner entpuppt sich bei näherer Betrachtung als Pony, das allein in der Feldgemarkung zwischen dem Friedhof Nieder-Roden und der Bundesstraße 45 unterwegs ist. Das Tier ist offenbar irgendwo ausgerissen. Es verhält sich sehr umgänglich und lässt sich anstandslos am Halfter festhalten. Ute Frank und ihr Begleiter bringen die aufgebrachten Hunde Bliss und Frida ins Auto zurück und warten. Doch weit und breit lässt sich niemand blicken, der ein Pony verloren hat.

Gut, wenn man ein Handy dabei hat. Nach einiger Zeit ruft die zertifizierte Hundetrainerin den Notruf 110 an. Es dauert nicht lange, da tauchen zwei junge Polizisten auf. Beim Aussteigen sagt der eine von beiden: „Ich glaub’, mich tritt ein Pferd!“ Sein Kollege ist so freundlich, ein Erinnerungsfoto zu schießen, „damit wir unser Erlebnis wenigstens dokumentieren können“, wie Ute Frank erzählt.

Die vorbeifahrenden Autofahrer staunen nicht schlecht, als die Hundetrainerin und das Pony-Hengstchen unter Polizeischutz zu einem Gelände am Rand des Industriegebiets geleitet werden. Dort befinden sich mehrere Tiere, unter ihnen auch Ponys. Das Ganze hat schon eine gute Dreiviertelstunde gedauert. Ute Frank: „Den Kindern war gerade aufgefallen, dass eines der Ponys fehlt - da kommen wir mit ihm und der Polizei um die Ecke.“

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Bei dieser Gelegenheit erfährt Ute Frank auch, wie das Pony heißt: Galahad, wie der Ritter von König Artus’ Tafelrunde. Wie der kleine Hengst ausbüxen konnte, entgegneten die Eigentümer mit entwaffnender Ehrlichkeit: Der Elektrozaun funktioniere nicht, weil das Gras so hoch sei. Für die Ponyhalter hätte es auch schlimmer kommen können: Wenn „Galahad“ auf die Straße gelaufen wäre, hätte ein schwerer Unfall passieren können.

Quelle: op-online.de

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