Rodgauer Trio hat Erfolg bei Vox-Sendung

Einen Löwen als Partner für die rollende Spielbank

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Eine spannende Viertelstunde erlebten rund 60 Gäste am Dienstag in der Halle der TG Hainhausen: Können die drei Rodgauer Jungunternehmer die Löwen bändigen?

Hainhausen - Rien ne va plus – nichts geht mehr. Für die rollende Spielbank „Casino 4 Home“ gilt die berühmte Formel vom Roulette-Tisch nicht.

In der Gründer-Show „Die Höhle der Löwen“ des Fernsehsenders Vox haben die drei Rodgauer Jungunternehmer Andy Sanders sowie Nikias und Jorin Karner ihre Einsätze richtig platziert und Veranstaltungs-König Jochen Schweizer als Investor gewonnen. Den Erfolg feierte das Trio am Dienstagabend mit etwa 60 Freunden, Bekannten und Mitarbeitern im Saal der TG Hainhausen.

Als die letzte Löwen-Nummer für dieses Jahr zur besten Sendezeit über den Großbildschirm flimmerte, wussten Eingeweihte schon Bescheid: Bereits bei der Aufzeichnung ihrer bisher wichtigsten Poker-Partie hatten die Drei laut Nikias Karner (34) miterlebt, wie Schweizer – selbst vor einem Vierteljahrhundert mit Bungee-Jumping ein Pionier im noch jungen Veranstaltungsgeschäft – sich für ihre Idee und ihre Pläne begeisterte. Dass die Rodgauer wohl die letzten sind, denen Schweizer mit Kapital und Kompetenz auf die Beine hilft, war indessen für alle eine Neuigkeit: Seinen Rückzug aus der Löwen-Runde hatte der Investor wenige Stunden vor der Ausstrahlung der rund 15-minütigen Sendung bekannt gegeben.

Im Pokern verbindet Nikias, Jorin (30) und Andy (33), der das Kultspiel sogar zum Beruf gemacht hat, mehr als ein Jahrzehnt gemeinsame Erfahrung. Schließlich sind sie Gründer der Rodgauer Pokerliga und haben in der Region zahllose Turniere organisiert. Ihr „Casino 4 Home“ tourt wie berichtet seit rund vier Jahren quer durch die Republik mit bis zu 150 Zielen pro Jahr. Vornehmlich bei Firmenfeiern, die meisten davon um die Weihnachtszeit, rollen die Roulette-Kugeln, werden Karten gemischt und Jetons verteilt. Rund 50 authentische Casino-Spieltische und Spielautomaten stehen zur Verfügung, Personal vom Profi-Croupier bis zum Candy-Girl rekrutieren sich aus einem Netzwerk von 30 freien Mitarbeitern.

So jung und schon Chef: Wenn Berufseinsteiger Firmen gründen

Gezockt wird im mobilen Casino ausschließlich mit Spielgeld. Echtes Geld hat die Firma laut Nikias Karner indessen von Anfang an verdient, Umsatz und Gewinn seien seit der Gründung stetig gestiegen. Gute Karten, fanden die Drei, um sich den Löwen zu stellen und 50 000 Euro für die beabsichtigte Expansion ins benachbarte Ausland – Österreich, Schweiz und Niederlande – locker zu machen. Dass auch die Finanziers zu pokern verstehen, wird schnell klar: Als ein potenzieller Geber nach dem anderen abwinkt, flaut die aufgekratzte Stimmung in der TG-Halle merklich ab. Für Finanz-Guru Carsten Maschmeyer stößt das Saisongeschäft zu schnell an Wachstumsgrenzen. Expansion könne in diesem Fall ungesund sein, findet Fernseh-Ikone Judith Williams. Internet-Unternehmer Frank Thelen stören steigende Fixkosten bei unsicherer Rendite, Handelsprofi Ralf Dümmel sieht mehr Enthusiasmus als Substanz.

Für den Extremsportler und Ex-Stuntmann Schweizer war der Sprung ins Ungewisse indessen schon immer eine Option. Als das Casino-Trio seinen Vorschlag akzeptiert, brandet im TG-Heim Jubel auf. Der Preis ist freilich deutlich höher als zunächst kalkuliert: Statt zehn Prozent Firmenanteil wird Schweizer 25,1 Prozent bekommen und als vierter Gesellschafter in die zu gründende GmbH einsteigen. Nicht nur bezahlen will er, sondern auch mitmischen. Für Nikias Karner ist das kein schlechter Deal – eben weil ihr neuer Partner ein Löwe ist: „Herr Schweizer wird wohl viel umstellen“, meint er. „Und er wird uns sehr viel beibringen.“ (rdk)

Quelle: op-online.de

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