Regen verhindert Einsatz schwerer Maschinen

Holzernte ist in vollem Gang

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Wo die Rodgauer Forstwirte arbeiten, fliegen Späne.

Rodgau - Wie durch ein Stück weiche Butter flutscht die Motorsäge. Fast sieht es so aus, als müssten die beiden Forstwirte Christoph Dill und Simon Hoffmann gar nicht groß Gas geben. Drei gezielte Schnitte – und schon neigt sich die wuchtige Kiefer zur Seite und fällt krachend zu Boden.

Spaziergängern oder Sportlern dürfte nicht entgangen sein, dass die Erntezeit im Wald begonnen hat. Wie üblich nutzen das Forstamt und die vier Forstwirte der Stadt die Zeit des Winterschlafes von Bäumen und Natur, um den Wald zu pflegen. 12 600 Festmeter Holz (das sind 8000 Tonnen oder 400 LKW-Ladungen) sollen in dieser Saison geschlagen und verkauft werden: macht Einnahmen von 580.000 Euro. 1 600 Neuanpflanzungen sind vorgesehen, meist Eichen und Buchen.

Für Laien sieht der Einschlag freilich nicht immer so pfleglich aus. Besonders dann, wenn große Maschinen wie der Harvester durch den Wald pflügen. Aber auch der Abtransport mit LKW hinterlässt zuweilen Spuren wie auf einem Truppenübungsplatz. Wobei das Forstamt immer betont, die nächste Vegetationsphase decke über die Zerstörungen einen gnädigen und grünen Mantel des Vergessens.

Prinzip der Nachhaltigkeit

Wo die Fachleute die Säge ansetzen, ist der Wald derzeit gesperrt. Christoph Dill und Vorarbeiter Simon Hoffmann appellieren an Spaziergänger, Jogger und andere Nutzer des Waldes, die Hinweisschilder und Absperrbänder unbedingt zu respektieren. „Wo wir arbeiten, ist es gefährlich.“

Das Prinzip der Nachhaltigkeit wird bei der Holzernte von den Förstern sehr streng beachtet. Im Stadtwald hat die Holzernte 2015 am 5. Januar begonnen. Ziel ist, das knappe Zeitfenster vor Beginn der Setz- und Brutzeiten Anfang März bestmöglich zu nutzen, um so weit wie möglich mit den Pflegearbeiten zu kommen. Im Vorfeld wurden die geplanten Durchforstungen gemeinsam von Forstamt, Stadt Rodgau und dem Naturschutzbund NABU begangen. Dank dieser Zusammenarbeit konnten ergänzende Hinweise zu Standorten seltener Pflanzen und Tierarten gegeben und im Pflegeplan berücksichtigt werden. Derzeit erschwert die feuchte Witterung die Arbeiten. Die schweren Maschinen können nicht fahren, da sie zu sehr einsinken. Also wird zunächst überwiegend auf Sandböden gearbeitet, durch die der Regen besser wegsickern kann. 50 Prozent des Stadtwaldes sind aktuell zu nass für die Holzernte. Es werden dringend Frost und tiefe Minustemperaturen benötigt, sonst wird es mit dem geplanten Programm eng.

„Harvester“ im Einsatz

Was liegen bleibt, wird im September nach dem Ende der Vegetationsperiode nachgeholt. Für den Moment geht vor allen Dingen der dringende Appell an die Bevölkerung, die bestehenden Absperrungen von Wegen zu beachten. Zum Schutz des eigenen Lebens sollten Absperrungen keinesfalls ignoriert, überstiegen oder sogar abgerissen werden.

Die Wege, die während der Holzernte in Mitleidenschaft gezogen wurden, werden wieder instand gesetzt. Das Forstamt bittet um Geduld und Verständnis.

Zur Aufklärung der Bevölkerung trägt vielleicht das neue Beschilderungskonzept bei. Zahlreiche Hinweisschilder erläutern derzeit die Holzerntearbeiten und versprechen nach getaner Arbeit die Aufräum- und Sanierungsmaßnahmen für die ramponierten Wege.

bp

Quelle: op-online.de

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