Holzversteigerung in Dudenhofen

Mit Kettensäge und Axt im Rekordtempo

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Wer wollte, durfte sich an der großen Zweimannsäge einmal selbst ausprobieren. Wem das zu mühselig war, der schaute den Holzfällerfreunden aus Widdern auf die Finger.

Dudenhofen - Zum ersten Mal in 20 Jahren wurde die historische Holzversteigerung der Germania Dudenhofen verschoben. Der Termin konnte aufgrund von Unwetterwarnungen nicht eingehalten werden.  Von Peter Petrat

Eine Woche später war es soweit – bei der 21. Holzversteigerung drehte sich an der Waldfreizeitanlage „Gänsbrüh“ wieder alles um den Naturrohstoff. Auch wenn bei matschigem Untergrund der Besucherandrang gefühlt hinter den großen Erfolgen der vergangenen Jahre zurückblieb, gab es nicht nur von Landrat Oliver Quilling großes Lob für die getroffene Entscheidung. „Wir haben alles richtig gemacht“, war sich auch Vereinsvorsitzende Sigrun Kraus sicher.

Zur Eröffnung übernahm Vanessa Nenner von ihrer Vorgängerin Michelle Völker das Amt der Edelholzkönigin. Damit darf die 23-Jährige den Verein repräsentieren, der in diesem Jahr 120-jähriges Bestehen feiert. Zu ihrer ersten Aufgabe gehörte es, den Baum des Jahres vorzustellen: Der Feldahorn wird rund 200 Jahre alt und bis zu 20 Meter hoch. Feierlich begleitet wurde die kurze Zeremonie von den Weiß-Blauen Jagdhornbläsern, die auch den Rest der Veranstaltung untermalten. Für die Vereinsarbeit und das Jubiläumsjahr gab es zudem finanzielle Unterstützung der Sparkasse. Die Linedance-Gruppe „Boots and Buckles“ präsentierte ihre Tänze unterm Holzdach.

Für viel Action sorgte bereits zum zehnten Mal die Timbersport-Show der Holzfällerfreunde aus Widdern. Mit riesigen Sägeblättern, scharfen Äxten und kreischenden Motorsägen bearbeiteten sie die Holzstämme in Windeseile. Als Königsdisziplin gilt es, mit selbst eingeschlagenen Planken einen hohen Holzstamm zu erklimmen um dessen Spitze mit der Axt zu durchschlagen. Sogar ein Weltmeister in den Disziplinen der Waldarbeitermeisterschaften war dabei. Die Aufgaben dieser „Formel 1 der Waldarbeit“ haben sich aus dem Alltag entwickelt und umfassen auch das Wechseln der Kette einer Motorsäge auf Zeit oder das makellose Entasten von Stämmen.

Holzversteigerung im zweiten Anlauf

Holzversteigerung im zweiten Anlauf

Zwischen den Vorführungen durfte an der großen Zweimannsäge auch einmal selbst Hand angelegt werden. Bevor sich jedoch das Publikum beim Wettkampf um die neuen Pokale beweisen durfte, galt es zur neu gekrönten Edelholzkönigin den männlichen Regenten zu finden. Während die Vorjahreskönigin mit Nieder-Rodens Ortsvorsteher Edgar Ott und die aktuelle Hoheit mit dem Dudenhöfer Igemo-Vorsitzenden Wolfgang Linke das Sägeblatt ansetzten, machte Julie Christ-Seibel, die allererste Edelholzkönigin aus dem Jahr 2007, in nur einer Minute ihren Partner Gerald Klein zum Thronfolger. Organisator und Moderator Jürgen Resch musste vor der Krönung zum Edelholzkönig jedoch zunächst noch eine weitere symbolische Taufe vornehmen. Mit Schlachthut und Perücke machte er Klein erst zum Germanen, bevor er die Krone tragen durfte.

Zwischen Holzfällerbar, Oldtimer-Hütte, Gulaschkanone mit Erbsensuppe und großem Topf mit Fleischwurst waren auch wieder alte Traktoren zu sehen, von denen manche Pokale holten. Kurz nach 13 Uhr war es soweit – Ortsdiener Bruno Keller läutete zur Versteigerung der Buchenholzstapel, dem Höhepunkt des Tages. 118 Euro lautete das Startgebot für die ersten beiden Raummeter. Der frühere Förster Günther Heid sorgte mit Zollstock dafür, dass alles korrekt ablief und informierte übers Holz, das der umweltfreundlichste Brennstoff sei.

Holzversteigerung in Dudenhofen

Quelle: op-online.de

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