Versteigerung des Gesangvereins Germania

Hochdruck spaltet Holz

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Eine starke Mannschaft: Die Holzmacher der Germania stapeln Buchenscheite für die Holzversteigerung am 9. Januar. Das bedeutet schweißtreibende Arbeit an der frischen Luft. Früher haben sie sogar noch die Bäume gefällt.

Dudenhofen - Vier Wochen vor der großen Holzversteigerung am 9. Januar wachsen die Brennholzstapel an der Waldfreizeitanlage Gänsbrüh. 15 Mitglieder des Gesangvereins Germania haben gestern begonnen, Baumstämme in Scheite von einem Meter Länge zu zerteilen.

Mit einem Druck von 13 Tonnen treibt der Holzspalter seinen stählernen Keil ins Buchenholz. Die Maschine spaltet dicke Stämme als wären sie aus Butter. Wolfgang Walter bedient das Gerät schnell und routiniert. Andere Helfer reichen ihm von links die Stammstücke und nehmen rechts die Scheite weg. Ein paar Meter weiter schwingen starke Männer ihre Äxte. Dahinter steht aber weder Nostalgie noch sportlicher Ehrgeiz. Die Männer spalten das Holz mit Muskelkraft, damit sie nicht tatenlos zusehen müssen: Die zweite Spaltmaschine ist ausgefallen.

Die meisten Mitglieder der Mannschaft sind seit der ersten Holzversteigerung 1995 dabei. Der älteste ist Josef Bischoff, den alle „Seppl“ nennen. Noch mit 81 Jahren setzt er Holzstapel auf. Er legt die Scheite kompakt und nutzt jeden Zwischenraum, damit die Käufer am 9. Januar nicht zu viel Luft bezahlen müssen. Robert Beike aus Seligenstadt arbeitet zum ersten Mal beim Holzmachen mit. Er ist „schon ein halbes Leben bei den Germanen“, wie er sagt. Jetzt haben sie ihn angesprochen, ob er mit anpackt.

Innerhalb von zwei Tagen arbeiten die Sänger 40 Raummeter Buchenholz auf, zehn weniger als vor einem Jahr. Das ist eine Folge aus den Erfahrungen bei der jüngsten Versteigerung. „Die letzten zehn Meter haben sich etwas gezogen“, berichtet Wolfgang Walter. Der Verein könne am Brennholzverkauf ohnehin nichts mehr verdienen. Das Heizöl sei zu billig geworden, „aber die Preise beim Förster sind nicht runtergegangen“.

Holzversteigerung im zweiten Anlauf

Bei der ersten Holzversteigerung fanden noch 100 Raummeter reißenden Absatz, fünf Jahre später gingen sogar 120 Meter weg. Seither ist dem ehrenamtlichen Holzverkauf große Konkurrenz erwachsen. „Überall wird Brennholz angeboten“, so Walter, „deshalb wird das bei uns auch weniger.“ Hinzu kommt, dass die Sänger stets frisches Holz verkaufen. Die Käufer brauchen nicht nur ein Fahrzeug zum Abtransport, sondern auch genügend Platz, um das Holz zu lagern. Es muss bis zu drei Jahre trocknen, bevor es reif für den Ofen ist. (eh)

Quelle: op-online.de

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