Hundesportart

„Obedience“: Dem Frauchen treu ergeben

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Hundeführerin Isabella Gaitzsch und ihre Lotte sind ein eingespieltes Team. Auch wenn es morgens zurzeit noch ein bisschen frisch ist, lieben die beiden das Training im Freien. Zum Beispiel am Badesee in Nieder-Roden.

Rodgau - „Und steh. Sitz!“ Die Kommandos von Hundeführerin Isabella Gaitzsch kommen ausgesprochen prägnant rüber. Das ist auch nötig. Denn Hündin Lotte soll nicht nur brav hören, sondern alle Befehle besonders exakt und schnell umsetzen.

Das Gespann aus Frauchen und Hund betreibt „Obedience“. Das ist eine noch relativ junge Hundesportart, bei der es auf absoluten Gehorsam, Unterordnung und Präzision ankommt. Täglich trainieren Isabella Gaitzsch und ihre gelehrige Lotte etwa eine halbe Stunde lang. Zum Beispiel auf der Drachenwiese am Badesee in Nieder-Roden. Dort legt die ehemalige Flugbegleiterin dann aus gelbem Band ein Quadrat und stellt mit Pylonen einen Kurs für die Fußarbeit. Lotte muss aus vollem Lauf in der Mitte des Quadrats zum Stehen kommen. Und das nicht etwa einen Zentimeter weiter vorn oder hinten, sondern eben genau in der Mitte.

Auch beim Slalom durch die Pylonengasse geht es um Zentimeter. „Der Hund muss alles so genau wie möglich machen und seinen Führer auch immer ansehen“, erläutert die Mutter zweier Kinder. Ihr Ziel ist es, mit der zwei Jahre alten Landseerhündin sobald wie möglich Wettkämpfe zu besuchen. Um was wird es dabei gehen? Etwa um die Distanzkontrolle. Das Tier muss dabei auch auf eine größere Entfernung zu Frauchen oder Herrchen auf Zuruf Positionswechsel vollziehen. Oder ums Apportieren. Auch Gruppenübungen mit anderen Vierbeinern sieht der Turniersport vor.

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Bei „Obedience“ (Gehorsam) kommt es also nicht nur auf ein besonders gut aufeinander eingespieltes Mensch-Hund-Team, sondern auch auf die Sozialverträglichkeit des Hundes mit anderen Menschen und Hunden an. Wie „Agility“ hat dieses Hundetraining seinen Ursprung in England. Eine anerkannte Sportart ist „Obedience“ seit etwa 1951. In Deutschland wurde die erste Prüfungsordnung aber erst am 1. Juli 2002 veröffentlicht. Gegenüber „Agility“ hat „Obedience“ den Vorteil, nicht ganz so sportlich ausgerichtet zu sein. „Das ist auch was für Hunde mit Handicap“, sagt Isabella Gaitzsch. Wer das alles näher kennenlernen möchte, hat dazu bald in Offenbach Gelegenheit. Der Verein für Schutz- und Gebrauchshunde Offenbach richtet am Sonntag, 19. April, ab 8 Uhr auf seinem Gelände Am Waldschwimmbad 41 die Deutsche Meisterschaft aus.

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bp

Quelle: op-online.de

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