Ismail Tipi spricht bei Senioren-Union

Salafismus die Stirn bieten

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Die Vorsitzende der Rodgauer Senioren-Union, Marianne Bruder, begrüßte mit Ismail Tipi einen Redner, der kein Blatt vor den Mund nimmt.

Rodgau - Einen flammenden Appell, endlich aufzuwachen und den radikalen Islamismus und den Salafismus nicht mehr zu verharmlosen, richtete der CDU-Landtagsabgeordnete Ismail Tipi bei einem Vortrag an gut 100 Freunde und Mitglieder der Rodgauer Senioren-Union.

Der integrationspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion nannte radikale islamische Strömungen „die größte Bedrohung weltweit“. Viel zu lange sei aus falsch verstandener politischer Korrektheit und mit Hinweis auf die Religionsfreiheit weggesehen worden.

„Wir sind verantwortlich für das was wir sagen. Aber wir sind auch verantwortlich dafür, was wir nicht sagen“, ermunterte der Redner im Saal der Gaststätte „Zum Engel“ die Gäste dazu, klare Kante zu zeigen. Es gehe ihm nicht um die 4,7 Millionen in Deutschland lebenden Muslime. „Die meisten von ihnen leben friedlich“, attestierte der türkischstämmige Abgeordnete seinen Landsleuten. Die Salafisten aber seien viel zu lange toleriert worden. Offiziell gehe der deutsche Staat von 6000 Aktivisten aus. Das sei aber blauäugig. Allein die populärsten salafistischen Hassprediger verbuchten in sozialen Netzwerken etwa 600.000 „Gefällt-mir-Klicks“.

Tipi forderte ein gesetzlich geregeltes Betätigungsverbot für Salafisten, um zum Beispiel deren Koran-Verteilaktionen gerichtsfest unterbinden zu können. Sonst drohe „ein Flächenbrand“. Solche Verteilaktionen fänden fast täglich in 187 deutschen Städten und in elf weiteren europäischen Ländern statt. Tipi, der wegen seiner Ansichten schon oft massiv bedroht worden ist, warnte davor, sich in trügerischer Sicherheit zu wiegen. Der Terror des barbarisch grausamen Islamischen Staates (IS) sei „von uns nur vier Flugstunden entfernt“. 1400 deutsche Jugendliche ließen sich derzeit in syrischen Terrorcamps ausbilden, darunter acht Prozent Frauen. Bis zu 20.000 Jugendliche aus Europa gehörten zum IS. Deren Pässe seien damit in der Hand der Terroristen.

Ausschreitungen bei Pegida und Salafisten in Wuppertal

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Viele sogenannte Gotteskrieger kehrten nach Kämpfen „als Schläfer zu uns zurück“: ein ungeheures Gefährdungspotenzial. Schon Mitte der 70er, spätestens Anfang der 80er Jahre habe es die radikale Strömung des Salafismus in Deutschland gegeben. „Aber man wollte es nicht wahrhaben. Die Demokratie muss das aushalten, hat es immer geheißen.“ Deshalb habe es die Politik versäumt, Klartext zu reden. Mit seinem Vortrag machte der Abgeordnete zuletzt auch beim Landesverband Hessen des Wirtschaftsrats der CDU und in Schulen im Landkreis Station.

bp

Quelle: op-online.de

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