Ärger mit Falschparker

Anwohnerin fühlt sich vom Ordnungsamt veräppelt

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Unverschämt: der Falschparker in der Einfahrt an der Jügesheimer Ludwigstraße.

Jügesheim - Die Ausfahrt halb zugeparkt – da kocht das Blut von Hausbesitzern ganz schnell hoch. So kam's, dass am Donnerstag in der Ludwigstraße zwischen einer Anwohnerin und der städtischen Ordnungspolizei unterschiedliche Meinungen aufkamen über die Härte der Strafe für einen Falschparker.

Die Frau wollte spätestens um 7.45 Uhr los und ärgerte sich auch deshalb, weil sie sich von den zuständigen Stellen von Pontius zu Pilatus geschickt fühlte. Aber von vorn:

7 Uhr: Frau F. sieht das Malheur an ihrer Grundstückszufahrt. Da im Rathaus noch keiner da ist, ruft sie die Polizei an. Die nimmt ihre Anzeige auf und bittet darum, für alles Weitere die Behörden vor Ort einzuschalten. Frau F. ruft deshalb die 115 an. Auch dort ist vor 8 Uhr noch keiner am Schreibtisch. Später landet Frau F. dann aber doch beim städtischen Ordnungsamt.

Zwei Mitarbeiter schauen sich die Sache in der Ludwigstraße an. Sie messen aus, wie viel Platz noch frei ist in der Einfahrt: 2,60 Meter. Die Ordnungshüter kommen zu dem Urteil: das reicht zum Rein- und Rausfahren. Das beweisen sie Frau F. dann auch mit einem Selbstversuch mit ihrem Dienstfahrzeug. Der Falschparker bekommt ein Knöllchen. Einen Grund zum Abschleppen sehen die Ordnungspolizisten aber nicht.

Einfallsreich oder schlicht gelogen

Frau F. versteht die Welt nicht mehr. Sie fühlt sich vorgeführt und fragt in einer E-Mail an unsere Zeitung: „Was muss sich ein Bürger eigentlich gefallen lassen? Das Ausfahrt-freihalten-Schild ist deutlich lesbar an dem Tor meiner Einfahrt sichtbar, aber offensichtlich ohne jegliche Bedeutung.“

Stadt-Sprecherin Sabine Fischer versichert, es sei nicht darum gegangen, jemand vorzuführen. Man habe der Frau lediglich verdeutlichen wollen, dass es bei dem noch bestehenden Platz in der Einfahrt nicht verhältnismäßig wäre, den Falschparker abschleppen zu lassen.

bp

Quelle: op-online.de

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