Porsche platzt bei Tempo 200 das Hinterrad

Schrauben in Reifen! Autohasser setzt Menschenleben aufs Spiel

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Ähnliche Schrauben wie auf unserem gestellten Foto verwendet der Täter. Meist hat er’s auf dicke Schlitten abgesehen.

Jügesheim - Ein Autohasser beschädigt in der Lange Straße und im Holbeinweg reihenweise Pkw und dreht Schrauben in die Reifen. Einem Porschefahrer platzte bei mehr als 200 km/h der rechte Hinterreifen. Der Mann konnte seinen Sportwagen nur mit viel Glück zum Stehen bringen.

Spiegel abgetreten, tiefe Kratzer im Lack: Wer im Jügesheimer Osten eine Garage hat, darf sich glücklich schätzen. Ein Unbekannter beschädigt dort seit mehreren Jahren regelmäßig Pkw – meist dicke Schlitten. Zur Abschreckung hat ein Anwohner sein Haus schon vor einiger Zeit mit Scheinwerfern und Kameras gesichert. Die Serie beschäftigt die Polizei seit Jahren. 2014 gab es in der Langen Straße 13 Sachbeschädigungen an Autos, 2013 im Holbeinweg zwei und 2012 drei in der Lange Straße. Das ist aber nur die Spitze des Eisbergs, da nicht mehr alle Fälle aktenkundig sind. Polizeisprecher Ingbert Zacharias sagt: „Wir hatten Tatverdächtige. Das Ermittlungsergebnis reichte der Staatsanwaltschaft nicht aus.“ Auch der krasse Vorfall mit dem Porsche landete bei der Staatsanwaltschaft. Die stellte das Ermittlungsverfahren vorläufig ein, weil kein Täter ermittelt werden konnte. Der Porschefahrer, der in unserer Zeitung namentlich nicht genannt werden möchte, war sogar noch ein zweites Mal betroffen. Beim ersten Mal – dem Beinahe-Unfall – waren zwei Schrauben an verschiedenen Stellen ins Profil gedreht worden. Beim zweiten Mal eine einzelne. Auch in diesem Fall wurde das Ermittlungsverfahren eingestellt.

„Hier hat jedes Auto mindestens eine Macke“, sagen der Betroffene und sein Nachbar. Auch an seinem Fahrzeug wurden dreimal Schrauben ins Profil gedreht. „Immer in die Mittelrinne und kerzengerade. Der Täter muss einen Akkuschrauber benutzen, weil die Schrauben nicht so einfach ins Gummi rein gehen.“ Besonders reizen den Autohasser neue Pkw. „Sobald einer auf der Straße steht, wird er zerkratzt.“ Anlieger berichten, meist handele es sich um teure Fahrzeuge. Bei der Serie 2014 waren aber auch günstigere Modelle als Mercedes oder BMW betroffen. Damals wurden Außenspiegel abgetreten. Die Betroffenen wünschen sich von der Polizei mehr Biss bei den Ermittlungen. Polizeisprecher Zacharias kann diesen Wunsch verstehen. Die Beweisführung sei in solchen Fällen aber extrem schwierig. „Man muss den Verdächtigen praktisch auf frischer Tat ertappen.“

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bp

Quelle: op-online.de

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