Vereine können andere Räume nutzen

Junge Flüchtlinge in die alte Schule

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Etwa 50 Kinder und Jugendliche sollen nächstes Jahr in die alte Schule Jügesheim einziehen. „Der Bestand des Jugendtreffs ist nicht gefährdet“, sagt Erster Stadtrat Michael Schüßler.

Jügesheim - Die alte Schule an der Ludwigstraße wird zur Unterkunft für Flüchtlinge. Nächstes Jahr sollen etwa 50 Kinder und Jugendliche einziehen, die ohne Eltern in Deutschland Zuflucht suchen. Bisher nutzten einige Vereine und Gruppen das Gebäude. Für sie gibt es andere Räume.  

„Wir wollen niemanden auf die Straße setzen“, betont Erster Stadtrat Michael Schüßler. Die Pekip-Kurse und Spielgruppen des Roten Kreuzes gehen ins Familienzentrum, die Sängervereinigung probt künftig im Haus der Begegnung, die Jusos erhalten einen Kellerraum im Sozialzentrum Nieder-Roden. Auch allen anderen Mietern habe die Stadt andere Räume angeboten. Der Jugendtreff Comin’ bleibt im Haus: „Der Bestand des Jugendtreffs ist nicht gefährdet.“

Stadt und Kreis haben sich darauf verständigt, in der alten Schule unbegleitete Minderjährige unterzubringen. Bürgermeister Jürgen Hoffmann bezeichnet den Standort als sinnvoll. Eine Unterkunft in der Ortsmitte fördere die Integration.

Mit einfachsten Mitteln will die Stadt das Gebäude bewohnbar machen. Trennwände sollen die großen Klassenräume in kleinere Zimmer aufteilen. Dort werden Stockwerkbetten aufgestellt. Der Sanitärtrakt wird erweitert. Damit das Haus als Jugendhilfeeinrichtung dienen kann, ist auch ein Raum für die Betreuer notwendig.

„Wir haben vor, die Einrichtung für weniger als 50.000 Euro bezugsfertig zu gestalten“, kündigt Michael Schüßler an. Das Haus solle nur vorübergehend als Unterkunft dienen: „Wenn wir die Möglichkeit haben, dieses Gebäude für ein Jahr für diesen Zweck zu nutzen, haben wir schon etwas gewonnen.“ Die alte Schule wird möglicherweise in einigen Jahren ein Teil der neuen Stadtmitte.

Zurzeit leben ungefähr 400 Flüchtlinge in Rodgau. Ende nächsten Jahres könnten es 1000 sein. „Mittlerweile haben wir fast 50 Immobilien belegt“, berichtet der Erste Stadtrat. Täglich bemühe sich die Verwaltung um neue Objekte: „Uns bleibt nichts anderes übrig, als von Woche zu Woche zu planen.“ Der künftige Wohnraumbedarf sei nicht absehbar: Es sei unklar, wie viele Menschen nach Abschluss ihres Asylverfahrens in Rodgau blieben. Die Stadt wolle „das Portfolio der Unterbringungsmöglichkeiten möglichst breit streuen“, um flexibel zu bleiben.

Der Sozial- und Baudezernent wirbt um Verständnis für Einschränkungen: „Uns fällt das nicht leicht. Es ist immer leichter, den Menschen etwas zuzugestehen als ihnen etwas Gewohntes wegzunehmen. Wir kommen um diese gesellschaftliche Verpflichtung nicht herum. Wir sind Teil des Staatsapparats und haben eine gesetzliche Aufgabe zu erfüllen. Das versuchen wir so sinnvoll wie möglich zu tun.“ (eh)

Quelle: op-online.de

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