Zum 19. Mal im Schatten des Kirchturms

Kerb in Nieder-Roden ist immer eine runde Sache

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Die Kirche prägte die Nieder-Röder Kerb in jeder Hinsicht.

Nieder-Roden - Zur 19. Kerb rund um die Kirche Sankt Matthias boten Kerbburschen, Kerbmädels, Kerbverein, Pfarrgemeinde und viele freiwillige Helfer den Besuchern ein großes und abwechslungsreiches Programm zum Kirchweihfest. Von Peter Petrat 

Für den Kerbbaum hatte die Kerb bereits am Mittwoch begonnen, als er aus dem Wald geholt und bei der Kita Otzbergstraße abgeliefert wurde. Dort schmückten die Kinder das Kerbsymbol liebevoll, bevor er am Freitag beim Umzug durch den Ort getragen wurde und am Pfarrheim seinen Platz fand. Im Anschluss an die feierliche Segnung wurde in der Kirche gemeinsam ein Gottesdienst gefeiert.

Kinder hatten den Kerbbaum geschmückt.

Den Bieranstich am Abend übernahmen Bürgermeister Jürgen Hoffmann und Thorsten Hoppen von der Brauerei Glaab. Unterstützt wurden sie auf der Bühne von Lars Neumann, Ortsvorsteher Edgar Ott, Stadtrat Michael Schüßler und den Kerbburschen und Kerbmädels, die anschließend das „Kerbpetterngeld“, also das Geld für die Kerbpuppen-Patenschaft einsammelten. Auch zur feierlichen Verbrennung von Helene und Florian, wie die beiden Strohpuppen diesmal hießen, raschelte die Spendendose. Der Erlös der Kerb fließt jedes Jahr einer guten Sache zu. Diesmal soll die Forschung für bis heute unheilbare Krankheiten unterstützt werden. Die Mutter des betroffenen Giuliano Pennisi erzählte auf der Bühne die Geschichte ihres Kindes. Auf einen Kerbvadder wurde in diesem Jahr bewusst verzichtet. Den Kerbspruch verlas Frank Stoffels und traf mit seinen Themen rund um Nieder-Roden den Nagel auf den Kopf. Musikalisch gestaltete den Freitagabend die „Tom Jet Band“.

Am Samstag konnte selbst Nieselregen viele Besucher nicht davon abhalten, sich an den Buden und Fahrgeschäften zu vergnügen. Eine Runde im Polizeiauto fahren, zusammen mit Papa am Schießstand stehen oder mit Kumpels im Autoscooter heizen – für viele ist das noch immer etwas ganz Besonderes. Abends herrschte ausgelassene Oktoberfeststimmung im Festzelt. In den Scheunen Schrod und Mergenthal ging es etwas ruhiger zu. Der Musikverein spielte dazu entspannte Barmusik in seiner „Kerblounge“; am Sonntag präsentierten sich dann alle Orchester des Vereins.

Kerb 2015 in Nieder-Roden: Bilder

Dank der Unterstützung durch Pfarrer Peter Eckstein und die Pfarrgemeinde haben die Nieder-Röder nicht nur wieder stärker an den Ursprung der Kerb erinnert, sondern auch noch mehr Programm angeboten. So übernahm am Sonntag die Pfarrgemeinde das Kerbquiz, das unerwartet großes Interesse weckte. 18 Teams traten in verschiedenen Raterunden gegeneinander an. Dabei bewiesen sie vor allem, wie gut sie sich in Nieder-Roden auskennen. Einzige Hilfsmittel waren eine Zeitung und die Chronik der Pfarrgemeinde.

Einen Tag früher als sonst ging es am Sonntagabend den beiden Kerbborschen an den Kragen. Vor ihrer Feuerbestattung zog Trauerpfarrer Roland Ehresmann mit ihnen noch ein letztes Mal vom Festzelt zu den Scheunen und Gaststätten. „Aber die Kerb ist doch schon nächstes Jahr wieder“, tröstete er die Trauergemeinde. Immerhin stehen die Fahrgeschäfte noch bis heute.

Quelle: op-online.de

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