Weiskircher Vereine feiern ihr Kirchweihfest

Im Laufschritt zum Kerbvergnügen

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Im Slalom um die Hütchen: Das sieht leichter aus als es ist, wenn die Schubkarre mit einem vollen Kasten Bier beladen ist.

Weiskirchen - Strahlende Kinderaugen, gesellige Stunden mit Freunden und allerlei Leckereien bietet die Kerb rund um die Kirche in Weiskirchen. Das bunte Treiben hält noch bis Dienstagabend an.

Im Mittelpunkt des traditionellen Kirchweihfests steht der schick gekleidete Kerbborsch aus Stroh, der jedes Jahr Anfang und Ende des Festes einläutet. Ganz ausgehfähig ist der Kerbborsch noch nicht, als die Fahrgeschäfte und Buden am Freitagnachmittag öffnen. In der Garage von Wehrführer Dieter Horch wird dem Strohmann noch einmal der Kragen gerichtet und die Krawatte zurechtgezogen. Draußen erklingt schon erste Musik. Ein verführerischer Geruch von frischem Popcorn und kandiertem Zucker weht der liebevoll in Handarbeit gebastelten Strohpuppe bereits um die Plastiknase. Die große Heliumflasche schlürft, der Clown direkt vor der Hoftür knautscht die ersten Luftballons zu bunten Tierchen und verwandelt die ersten Kinder mit etwas Schminke in Tiger und Prinzessin. Das Kinderkarussell beginnt sich zu drehen, am Rand winkt ein Vater seinem Kind in der fliegenden Untertasse und plötzlich scheppert es blechern vom Dosenwerfen. Aber der Autoscooter ist noch ruhig, kein lautes Krachen, keine Partymusik und keine Durchsage „Auf geht’s zur nächsten Fahrt“, das kommt alles erst später.

Freudiges Kindergeschrei kommt vom Entchenangeln. Mit einem kleinen Köcher oder auch direkt mit der Hand fischen die Kinder die gelben Plastikentchen aus dem plätschernden Wasser und sammeln die aufgedruckten Punkte. Am Feuerwehrhaus wird der Kerbborsch schon erwartet. Die Sitzgarnituren vor der Wache sind gut gefüllt, Essen und Trinken gibt es reichlich. Endlich geht die „Waaskerscher Kerb“ nun auch für ihr Wahrzeichen los. Die Jugendfeuerwehr packt mit an und trägt die Strohpuppe an die frische Luft und zum Kinderkarussell, das ist Tradition. Standesgemäß nimmt die Puppe im Rolls Royce im Miniaturformat Platz. Immer an ihrer Seite ist Kerbvadder Hermann Jäger. Nach einer Runde ist diesmal genug, immerhin muss der Kerbborsch noch bis Dienstag durchhalten.

Kerb rund um die Kirche in Weiskirchen: Neue Bilder

Halbe Hähnchen aus der Fritteuse bereiten die Rodgau Rangers seit 25 Jahren auf der Kerb zu.Das Geheimnis seiner Würzmischung verrät Hermann Jäger (rechts) aber nicht.

Eskortiert vom Musikverein marschieren die Akteure an Schießstand, Losbude und Crêpesstand vorbei zum Feuerwehrhaus, wo Kerbvater Jäger seine Rede schwingt und der Kerbborsch hoch oben über den zahlreichen Besuchern Platz nehmen darf. Von dort schaut er auch mit Begeisterung dem Schubkarrenrennen zu, das die Feuerwehr seit Jahren ausrichtet. Mit jeder Menge Spaß sausen die Teilnehmer mit zwei Schubkarren voller Bier um die großen Hütchen herum. Die Blasmusik des Musikvereins an der Volksbank am Samstag hört der Kerbborsch leider nur aus der Ferne. Auch der Geschmack der leckeren Hähnchen der Rodgau Rangers bleibt ihm verwehrt. So ein Kerbborsch ist halt ein genügsamer Zeitgenosse. Die frisch frittierten halben Hähnchen der Hobbyfußballer sind heiß begehrt. Sie feiern Jubiläum: Seit 25 Jahren gehören sie auf der Kerb zur Speisekarte. Davor gab es die Hähnchen, die bewusst anders zubereitet werden sonst, nur beim jährlichen Waldfest des 1979 gegründeten Vereins. „Innen schön saftig, außen wunderbar knusprig“, beschreibt ein Stammgast das Geflügel mit besonderer Gewürzmischung. Die Teilnahme an der Kerb mache allen Helfern großen Spaß und gehöre zu ihrem Verein einfach dazu, erklärt Vorsitzender Thorsten Moser.

Inzwischen gibt es auch die passende hausgemachte Beilage zum Hähnchen. Mit einer selbst gebauten Vorrichtung entstehen Kartoffelchips, die ebenfalls frisch frittiert auf den Teller kommen. Auch am Sonntag hat die Kerb viel zu bieten. Bei sommerlichem Wetter geht es mit dem Weißwurst-Frühstück des katholischen Kirchenchors los, bevor am Nachmittag „Doppel(s)pass“ das Publikum mit Trompetenklängen unterhält. Auch die Feuerwehr-Blaskapelle sorgt mächtig für Stimmung. Einer der Höhepunkte folgt traditionsgemäß am Kerbdienstag. Beim Heimat- und Geschichtsverein beginnt ab 18 Uhr der Kerbausklang. Nach Einbruch der Dunkelheit wird der Kerbborsch gegen 23 Uhr feierlich verbrannt.

pep

Quelle: op-online.de

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