KV Hessen verlangt Eltern Geduld ab

14 Kilometer Fahrt zum Kinderarzt zumutbar

Rodgau - Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) mutet Eltern bis 14 Kilometer Fahrt zum nächsten Kinderarzt zu. Das geht aus einer Stellungnahme der KV Hessen zu einem Bericht unserer Zeitung über volle Praxen und den Aufnahmestopp für neue kleine Patienten hervor.

Der Nieder-Röder Kinderarzt Dr. Andreas Hinkel hatte im Juli Alarm geschlagen. Fast täglich müsse er selbst Neugeborene und Säuglinge als Patienten ablehnen, schrieb er der KV. Sein Vorschlag, mit dem er besorgten Eltern helfen will: Er stockt die Arbeitszeit einer angestellten Ärztin von 13,5 auf 31 Stunden pro Woche auf. Die beiden Mediziner teilen sich die Stelle. Die KV hat die Aufstockung de facto abgelehnt: Das Budget richtet nach der bisherigen Arbeitszeit, mehr Stunden bringen nicht mehr Geld.

Zudem sieht die KV die Situation erwartungsgemäß weit weniger dramatisch. Denn die kinderärztliche Versorgung ist nach Auskunft von Sprecherin Petra Bendrich keine Frage einzelner Städte, sondern des Kreises. Rodgauer Eltern sollen nach Urberach (sieben Kilometer), Dietzenbach (neun Kilometer), Heusenstamm und Seligenstadt (je elf Kilometer) oder Obertshausen und Hainburg (14 Kilometer) fahren. „Unter Berücksichtigung des Verkehrsnetzes und der Versorgung mit dem ÖPNV werden diese Wegstrecken als zumutbar angesehen“, schreibt die KV.

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Die Budget-Begrenzung in der Nieder-Röder Praxis hat auch Konsequenzen für die vorgeschriebenen Vorsorgeuntersuchungen von Babys und Kleinkindern: In anderen Teilen des Kreises hätten Kinderärzte der KV freie Kapazitäten mitgeteilt. Eltern bekämen im besten Fall innerhalb eines Tages einen Termin und müssten schlimmstenfalls zwei bis vier Wochen warten. Da diese Untersuchungen planbar sind, hält die KV auch diese Zeiten für zumutbar. (lö)

Quelle: op-online.de

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