Leon Klein engagiert sich bei der SPD, weil er für Gerechtigkeit und gegen Privilegien ist

„Keine Unterschiede machen“

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Leon Klein engagiert sich in der SPD.

Dudenhofen - Junge Leute interessieren sich nicht für Politik? Das stimmt nicht: Sie sind sogar auf den Listen für die Kommunalwahl zu finden. Wir wollen von ihnen wissen, warum sie sich engagieren und warum sie sich für die jeweilige Partei entschieden haben. Im dritten Teil der kleinen Serie: Leon Klein von den Sozialdemokraten. Von Simone Weil 

„Ich verstehe nicht, warum man Unterschiede zwischen Menschen macht.“ Ungleichheit ist „so ziemlich das wichtigste Thema“ für Leon Klein. Weil er nicht hinnehmen will, dass es Privilegien gibt, dass Hautfarbe und Geburtsort eine Rolle spielen, welche Chancen Menschen letztlich bekommen, engagiert er sich politisch. Für ihn ist es selbstverständlich, dass er das bei den Jungsozialisten (Jusos) und der SPD tut. Denn er versteht die Organisationen mehr oder weniger als „progressive Kraft“, die sich für Freiheit und Gerechtigkeit einsetzen. Dass 62 Superreiche so viel besitzen wie die halbe Welt ist dem 20-Jährigen „komplett unverständlich“. Das Gefälle sei viel zu groß, meint der Politikwissenschafts- und Geschichts-Student, der mehr machen möchte, als nur wählen gehen. Für unrealistisch oder gar sozialromantisch hält er sich dabei nicht: Leon Klein geht es um ein Ideal, eine Vision, ein Ziel, dem man sich in klitzekleinen Schritten nähert.

Beim Blick auf die aktuelle Kommunalpolitik sieht er die SPD mit kostenfreien Kita-Plätzen und der Forderung nach bezahlbarem Wohnraum für alle sowie schnelleres und leistungsfähigeres Internet auf dem richtigen Weg, um möglichst vielen Bürgern Bildung und Teilhabe zu ermöglichen. Die Sozialdemokraten haben sich seiner Meinung nach mit den vielen jungen Kandidaten deutlich verjüngt. „Unsere Meinung und unsere Themen sind auch gefragt“, findet Klein.

Da der junge Mann sich auch im Vorstand engagiert, geht viel Freizeit für die politische Arbeit drauf? Aber die mache ja auch Spaß, findet er. Vielleicht nicht immer, aber oft. Weil Leon Klein inzwischen viele Juso-Mitglieder zu seinem Freundeskreis zählt, mischen sich Organisationsfragen und sozialdemokratische Inhalte mit Freizeit und Vergnügen. Er findet, dass junge Leute besser als ihr Ruf sind und durchaus politisch interessiert und engagiert. „Von den Parteien sind sie frustriert“, glaubt er. Man sehe jedoch, dass junge Leute zum Beispiel bei der Flüchtlingshilfe arbeiteten. „Wir müssen mehr Beteiligungsformen finden“, fordert er.

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Der 20-Jährige, der mit seiner Mutter und einem älteren Bruder in Dudenhofen wohnt, hofft bei der Kommunalwahl am 6. März auf eine hohe Wahlbeteiligung, damit die AfD keine Chance bekommt. In seiner Freizeit betreut er als Tischtennis-Coach bei der TGS die A-Schüler im Alter zwischen zehn und zwölf Jahren. Außerdem liebt der junge Sozialdemokrat Serien wie Walking Dead, allerdings per Web-TV, weil er Filme schauen kann, wann immer er Lust dazu hat. Musikalisch steht er auf Deutsch-Rap und Reggae, besucht jedes Jahr das Festival „Summerjam“ in Köln.

Quelle: op-online.de

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