Kooperation hofft auf 23 Sitze

Parlament mit acht Fraktionen

Rodgau - Das Stadtparlament wird noch bunter als bisher. Statt sieben Fraktionen gibt es künftig acht. Der Trend lässt für Neuling AfD eine zweistellige Prozentzahl erwarten. Die bisher regierende Kooperation hofft, ihre Arbeit fortsetzen zu können. Von Ekkehard Wolf

Den kürzesten Kommentar am Wahlabend gab ZmB-Vorsitzender Horst Böhm ab: „Erschreckend.“ In drei Worten bewertete Winno Sahm (Grüne) das Trendergebnis: „Es bleibt spannend.“ SPD-Ortsvorsitzender Jürgen Kaiser: „Heute Abend kann man ein Bier trinken und fertig. Es gibt weder Anlass zum Feiern noch zum Trübsalblasen.“

„Ein Zwischenziel haben wir erreicht“, sagte FDP-Ortsvorsitzender Michael Schüßler: „Wir haben eine realistische Chance, dass es zu einer Mehrheit reicht.“ Die bisher regierende Mehrheit aus SPD, Grünen, FDP und Freien Wählern hatte zuletzt mit 23 der 45 Sitze eine knappe Mehrheit. Der Trend lässt erneut 23 Sitze erwarten. Karl-Heinz Dauth (Freie Wähler): „Wenn es so bleibt, freue ich mich, dass wir wieder mit zwei Personen drin sind.“ Heiko Stenzel (Linke) sah noch keinen Grund zum Feiern.

Die Kommunalwahl in Hessen im Liveticker

Die Zahlen vom Wahlabend sind ein Zwischenstand. Zunächst wurden nur diejenigen Stimmzettel gezählt, auf denen lediglich eine Liste angekreuzt war. Das ist etwas mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen. Heute werden die restlichen Stimmen im Rathaus ausgezählt. Dadurch können sich die Prozentzahlen und die Anzahl der Sitze noch ändern. Vor fünf Jahren hatte es dabei Verschiebungen um bis zu zwei Sitze gegeben, und zwar zugunsten von ZmB, CDU und FDP.

Zufrieden mit dem Trend zeigte sich Dr. Robert Rankl (AfD): „Ein sehr gutes Ergebnis.“ Die Mitbewerber sahen das anders. „Von der ersten bis zur vorletzten Liste haben alle verloren“, analysierte Karl-Heinz Mahr (CDU): „Wir haben es nicht fertig gebracht, die AfD klein zu halten.“ Karl-Heinz Dauth (FW) äußerte sich verwundert über die hohe Zahl der AfD-Wähler: „Rodgau ist kein Pflaster dafür - das habe ich zumindest gedacht.“ Ralf Kunert (SPD) zeigte sich erschrocken: „Ich habe das nicht für möglich gehalten, nicht in Rodgau.“

Alles zur Kommunalpolitik in Rodgau

Die Wahlbeteiligung betrug 47,8 Prozent, etwas mehr als vor fünf Jahren (44,4 %). Ein Siebtel der Wahlberechtigten (5328) gaben ihre Stimmen per Briefwahl ab.

Quelle: op-online.de

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