„Wählern wird etwas vorgegaukelt“

Kommunalwahl: ZmB-Kritik an Schüßlers Kandidatur

Rodgau - Der Wählerverein „Zusammen mit Bürgern“ (ZmB) kritisiert, dass Erster Stadtrat Michael Schüßler erneut die FDP-Liste zur Wahl der Stadtverordnetenversammlung anführt. Das sei zwar nicht verboten, aber unehrlich.

Der Bau- und Sozialdezernent setze seine Bekanntheit ein, „um für seine Partei auf Stimmenfang zu gehen“, rügt ZmB-Vorsitzender Horst Böhm. „Es wäre schon sehr verwunderlich, wenn Herr Schüßler sein heutiges gut bezahltes Amt niederlegen würde, um als Stadtverordneter ins Parlament einzuziehen“, so Böhm: „Dies wird wie bei der letzten Kommunalwahl mit Sicherheit diesmal auch nicht geschehen.“ Aus Sicht von ZmB ist eindeutig, „dass hier den Wählerinnen und Wählern etwas vorgegaukelt wird“.

Bereits vor fünf Jahren hatte Michael Schüßler die FDP-Liste angeführt. Er erzielte mit Abstand die meisten Stimmen (3 290), verzichtete dann jedoch auf sein Mandat. Für ihn rückte Heino Reckließ (1 457) nach. „Die FDP traut sich ohne die Stimmen von Herrn Schüßler wohl nicht zu, wieder erfolgreich als Fraktion ins Parlament einziehen zu können“, vermutet Horst Böhm.

Versprochen - gebrochen: Die bekanntesten Wahllügen

Wie positiv sich ein prominenter Kandidat auf das Wahlergebnis auswirkt, erlebte vor fünf Jahren auch „Zusammen mit Bürgern“. Der ehemalige Bürgermeister Alois Schwab erhielt mehr Stimmen (5 506) als jeder andere ZmB-Kandidat, obwohl er auf Platz 16 der Liste angetreten war. (eh)

Quelle: op-online.de

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