Putzmunterer Sterbefall

Krankenkasse macht Rentner irrtümlich zum toten Mann

+
Ist zum Glück putzmunter und äußerst vital, obwohl er auf dem Papier irrtümlich für tot erklärt worden war: Martin Häfner bei der Gartenarbeit zuhause. Die Weiskircher kennen ihn auch wegen seines Engagements für den Heimat- und Geschichtsverein.

Weiskirchen - Schock für Hermine Häfner beim Frühstück: Die Bank kondoliert ihr am Telefon wegen des Todes ihres Mannes Martin und fordert bedauernd zu viel gezahlte Zusatzrente zurück. Dabei sitzt der 73-Jährige putzmunter neben ihr und isst ein Brötchen. Von Bernhard Pelka

Seine frühere Krankenkasse hatte den Mann irrtümlich für tot erklärt. Ein fataler Zahlendreher! Martin Häfner hatte seiner langjährigen Krankenkasse Barmer GEK am 13. Februar seine Kündigung zum 30. April geschickt, um in die Betriebskrankenkasse der Bahn zu wechseln. Am 2. März übermittelte die Barmer GEK der neuen Krankenkasse Häfners Daten über dessen Versorgungsbezüge und Zusatzrente. Ebenfalls am 2. März ging wegen des Kassenwechsels eine Meldung an die entsprechenden Zahlstellen für Rente heraus.

Die falsche Kennziffer

Bis dahin war noch alles in Ordnung. Am 29. Mai allerdings passierte der fatale Fehler im Beitragszentrum der Barmer GEK in Frankfurt. Dort ging an diesem Tag von der Zahlstelle der Zusatzkasse eine Änderungsmeldung der Rentenbezüge von Martin Häfner ein, die eigentlich an dessen neue Krankenkasse hätte gehen müssen. Ein Irrläufer also. Noch am selben Tag antwortete die Barmer GEK, es liege keine Mitgliedschaft mehr vor. Bei solchen Meldungen wird in einem Zahlencode verschlüsselt stets auch der Grund dafür angegeben, weshalb keine Mitgliedschaft mehr besteht. Und hierbei passierte es: Statt die Kennziffer 06 für „wegen Kassenwechsel“ ins System einzugeben, wurde die Kennziffer 09, „wegen Tod“, eingetragen. Und schon war Martin Häfner auf dem Papier für tot erklärt worden. Das blieb für ihn unbemerkt bis zum Anruf seiner Hausbank. Die forderte jetzt namens der Zahlstelle die für zwei Monate angeblich zuviel gezahlte Zusatzrente zurück. Dadurch fiel der makabere Vorfall erst auf. „Ganz klar ein Fehler von uns, den wir natürlich sehr bedauern“, sagt die Pressesprecherin der Barmer GEK, Brigitte Schlöter. Häfner nimmt’s mit Humor und scherzt: „Ich konnte es gar nicht glauben. Der 1. April ist doch schon rum!“

Die Luft ist rein - Heilklima-Wandern im Taunus

Quelle: op-online.de

Kommentare