Stadt will Kreuzung vergrößern

Schillerstraße ist ein Nadelöhr

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„Weiskirchen ist beschissen angebunden“, klagt Anwohner Helmut Zilch. Er kritisiert, dass die Stadt zu viel Verkehr durch die Schillerstraße führt. Insbesondere der landwirtschaftliche Verkehr sei extrem störend. An der Kreuzung mit der Hauptstraße wird es in der Tat regelmäßig eng. Und das nicht nur, wenn der breite Stadtbus durch muss. Anwohner sperren sich aber gegen die Aufweitung der Stelle. Das ziehe noch mehr Verkehr an und beschränke Lebens- und Wohnraum.

Weiskirchen - Der Stadtbus muss an der Kreuzung Hauptstraße/ Schillerstraße schon genau zielen, damit er die enge Kurve kriegt. Die Stadt würde diese Ecke gern aufweiten. Dafür müssten dort allerdings drei alte Anbauten abgerissen werden. Von Bernhard Pelka 

Die Stadt hat bei den Eigentümern vorsichtig nachgefragt, ob und unter welchen Umständen sie möglicherweise über einen Verkauf nachdenken würden. Werner Zilch und sein Nachbar Helmut Zilch schließen dies allerdings aus. „Wenn ich verkaufe, habe ich die Autos in meinem Hof“, begründet Werner Zilch seine Ablehnung. „Wir haben hier nicht mal 300 Quadratmeter Platz. Jeder Meter, der wegfiele, wäre zuviel“, sagt sein Nachbar Helmut Zilch. Er hat die Adresse Schillerstraße 2, Werner Zilch die Adresse Hauptstraße 93. Die Anbauten, an denen die Stadt Interesse hätte, stehen direkt an der fraglichen Ecke. Der vordere Teil der Gebäude ist gut an den vielen Werbeschildern zu erkennen, die an der Fassade hängen.

Die kaum drei Meter breiten Anbauten waren einst eine Schmiede mit Beschlaghalle, Futterküche und Stall. Das Haus Schillerstraße 2 war die früher zu dem inzwischen geteilten Grundstück gehörende Scheune. 1906 betrieb dort August Wendelin Zilch eine von mehreren Dorfschmieden in Weiskirchen. Zu dem viele Jahrhunderte alten Anwesen gehört auch das nach Bombentreffern im zweiten Weltkrieg wieder aufgebaute Wohnhaus Hauptstraße 93. Die Schillerstraße ist an der Kreuzung nur etwa sieben Meter breit. Weiter vorn, auf Höhe der Apotheke St. Peter, weitet sie sich auf zehn Meter Breite.

Der Gehweg rechts an der fraglichen Stelle ist keine 60 Zentimeter breit. Auch Fahrradfahrer leben dort gefährlich.

Werner Zilch kann nicht erkennen, welches Konzept hinter der Idee der Stadt steckt, die jetzt die Einmündung von Haupt- und Schillerstraße erweitern möchte. „Weiter hinten, an der Apotheke, ist die Straße breit genug. Dort hat die Stadt dann Parkplätze auf die Straße markiert, um den Verkehr zu bremsen und die Straße enger zu machen. Hier, bei mir an der Ecke, ist die Straße seit ewigen Zeiten so schmal – und jetzt soll sie breiter gemacht werden. Was soll das?“ Zilch regt an, dass die Stadt stattdessen dieses Stück der Schillerstraße zur Einbahnstraße erklärt und das LKW-Durchfahrverbot schärfer kontrolliert. „Auf Höhe des Autohändlers an der Hauptstraße funktioniert das mit der Einbahnstraße doch auch.“

Nachbar Helmut Zilch stört sich auch sehr am schlechten Straßenzustand. Aus Schlaglöchern spritzt bei Regen das Wasser an seine Hausfassade. Er denkt darüber nach, die Stadt wegen Sachbeschädigung und Versäumnissen im Amt juristisch anzugehen. Generell fließe zu viel Verkehr durch die Schillerstraße. Es sei ein grober stadtplanerischer Fehler gewesen, die Udenhoutstraße vom Straßensystem abzukoppeln. Statt durch eine Aufweitung der Kreuzung mit der Hauptstraße noch mehr Verkehr anzuziehen, solle die Stadt zusehen, wie sie Verkehr aus der Schillerstraße heraus bekomme.

Quelle: op-online.de

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