Hilfe in vielen Lebenslagen

K & S Seniorenresidenz: Außergewöhnlich viele Ehrenamtler

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Lore Modrow, Gisela Müller und Waltraud Tögel (stehend, im Hintergrund, von links) sind häufig dabei, wenn in der K & S Seniorenresidenz Programm gemacht wird. Auf unserem Foto machen sie freudig im Singkreis mit. Mitte, sitzend: die Leiterin der sozialen Betreuung, Iris Thuß.

Nieder-Roden - Die K&S Unternehmensgruppe betreibt bundesweit 29 Einrichtungen für Senioren. In keiner ist das ehrenamtliche Engagement so groß wie in der Seniorenresidenz an der Frankfurter Straße. Von Bernhard Pelka 

100 ältere Menschen leben in dem Haus in Nieder-Roden. Außer auf das Fachpersonal und ihre Familien können sie auf die Hilfe, Zuwendung und Ansprache von 22 Ehrenamtlern vertrauen. „Diese Vielzahl ist einmalig. Im Schnitt sind in unseren Häusern etwa zehn ehrenamtliche Helferinnen und Helfer tätig“, lobt Residenzleiterin Birgit Kusch stolz das auffällig große Engagement. Zu den 22 Ehrenamtlern gehören Waltraud Tögel (66), Lore Modrow (77) und Gisela Müller (86). „Wir verschenken Zeit und bekommen dafür sehr viel zurück“, beschreiben die Damen ihre freiwillige Hilfe. Dazu zählen viele persönliche Kontakte mit den Bewohnern, ob beim Singen, Tanzen, Backen, in Spielrunden, während der vielen Veranstaltungen, an Geburtstagen, beim Spazierengehen, Vorlesen oder Musizieren.

Waltraud Tögel hilft quasi auf Abruf. Dann kommt die frühere Grundschullehrerin dank guter Kontakte auch schon mal mit der Tanzgruppe des TGC Groß-Zimmern in der Seniorenresidenz vorbei. Der Kontakt zu dort entstand aus eigener Erfahrung. Waltraud Tögels Mutter Anna wollte nach einem Kurzaufenthalt unbedingt in der Seniorenresidenz bleiben, weil sie sich dort mit ihren 94 Jahren sehr gut aufgehoben fühlte. „In dieser Zeit hatte ich viel Kontakt auch mit anderen Bewohnern. Es waren sehr schöne Begegnungen und Gespräche. Und sie wurden immer mehr“, erinnert sich die Nieder-Röderin. Ihre Mutter ist inzwischen verstorben, Waltraud Tögel aber engagiert sich auch weiterhin im Altenpflegeheim, in dem 90 Prozent der Bewohner an Demenz leiden.

Über den Besuchsdienst der evangelischen Kirchengemeinde Nieder-Roden kam hingegen Lore Modrow zu ihrem Ehrenamt. Die frühere Mitarbeiterin im Medizinbereich nutzt im Haus an der Frankfurter Straße ihre Kunstfertigkeit in der Malerei. Bis zu fünf Damen und Herren nehmen ihr malerisches Angebot regelmäßig wahr. „Es ist so erfreulich, wie unterschiedlich die Teilnehmer sich beim Malen ausdrücken. Eine Dame malt zum Beispiel sehr gerne Postkarten, die sie dann verschickt“, nennt Lore Modrow ein Beispiel aus der kreativen Arbeit. Und wenn das Malen vorüber ist, arbeitet die gute Frau im Kleiderladen des DRK im Krümlingsweg.

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Ums Singen und die Musik macht sich dagegen Gisela Müller verdient. Die Dame ist für ihre 86 Jahre äußerst quirlig, sprüht vor Energie und liebt den Umgang mit den Bewohnern des Heims. Manche Jügesheimer kennen Gisela Müller noch als Leiterin einer Tanzgruppe in der katholischen Kirchengemeinde St. Nikolaus. Derzeit betreut sie in der Nieder-Röder Seniorenresidenz unter anderem einen Singkreis. Und natürlich plaudert sie in jeder freien Minute mit den Senioren. Das Ehrenamt ist in der Einrichtung an der Frankfurter Straße mithin eine große Stütze. 44 Wochenstunden Betreuung kommen zusammen. „Das ist eine komplette Vollzeitstelle“, sagt Residenzleiterin Birgit Kusch anerkennend. Dankbar ist sie nicht nur den Helfern, sondern auch ihrer Leiterin der sozialen Betreuung, Iris Thuß. Ihr gelingt es immer wieder, durch persönliche Ansprache neue Freiwillige zu finden. Dazu: Interview auf dieser Seite

Quelle: op-online.de

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