Stadt ehrt Konzertgitarristen

Jimi Joel Eyrich: Ausnahmetalent an Saiten

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Nach der Preisverleihung durch Bürgermeister Jürgen Hoffmann (rechts) und Kulturdezernent Werner Kremeier (links) trug sich Jimi Joel Eyrich in das Goldene Buch der Stadt Rodgau ein.

Rodgau - Begeisterte Pfiffe, rhythmisches Klatschen, frenetische Anfeuerungsrufe – und dann ein feuriger Tango als Zugabe: Die Verleihung des Kulturförderpreises an den Gitarristen Jimi Joel Eyrich hatte Schwung und Pfeffer. Von Bernhard Pelka 

Das Salz in der Suppe war dabei die virtuose Fingerfertigkeit des erst 18 Jahre alten Preisträgers an der klassischen Konzertgitarre. Es fällt schwer, diesem eher schlicht konstruierten Instrument verschiedene Klangfarben zu entlocken. Eine Orgel, zum Beispiel, hat Hunderte Pfeifen und eine Armada von Registern zur Verfügung, die Gitarre hingegen lediglich sechs Saiten und weniger als 20 Bünde.

Überraschungen fürs Ohr glücken da nur dank verschiedener Anschlags- und Zupftechniken. Jimi Eyrich beherrscht davon ein großes Repertoire. Mal lässt er sein Instrument wie eine Harfe klingen. Dabei verdichten sich sanft perlende Arpeggien zu einem pulsierenden Klangteppich. Dann wieder zupft er energisch und dominant oder erzeugt durch spezielle Fingerschlagtechniken hart bellende Töne, entschärft im nächsten Moment von sanft entrückten Flageolett-Obertönen, die wie weit entfernte Glöckchen tönen.

Auch nutzt Eyrich percussive Effekte als Ausdrucksmittel. Er schlägt oder tippt auf den Instrumentenkorpus. Seine Fingerkuppen flitzen wieselflink übers Griffbrett. Weit dehnt sich die linke Hand bei gespreizten Griffen: Schwerarbeit an der Gitarre. Und trotzdem sieht alles so leicht und spielerisch aus. Gerade eben erst hat der junge Nachwuchskünstler den Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“ mit der höchst möglichen Bewertung gewonnen und den nächsten Durchgang beim Landeswettbewerb am Samstag erreicht. Jetzt also auch der mit 2 200 Euro dotierte Kulturförderpreis der Stadt.

Kulturförderpreis für Jimi Joel Eyrich

Rodgau ehrt Jimi Joel Eyrich mit dem Kulturförderpreis

Die etwa 200 Gäste im Bürgerhaus Nieder-Roden erlebten einen Bürgermeister Jürgen Hoffmann, der beeindruckt war von der musikalischen Leistung auf der Bühne. Die Jury habe mit Jimi Eyrich einen „erstklassigen Botschafter seiner Kunst“ ausgewählt, von dem Rodgau noch viel erwarten dürfe. Hoffmann erwähnte weitere Auszeichnungen, die der Preisträger bereits innehat. Auch dankte der Verwaltungschef der städtischen Agentur für Kultur, Sport und Ehrenamt, die den Abend ausrichtete. Dazu gehörte eine interessante Ausstellung mit Zeitungsartikeln, die den künstlerischen Weg des Ausnahmetalents beschreiben.

Die Laudatio auf den Tonkünstler kam dann aus berufenem Mund. Volker Kratz, Lehrer bei der Freien Musikschule Rodgau, begleitet den Weg des Ausnahmegitarristen schon seit dessen 7. Lebensjahr. Seinem Schüler attestierte er eine Vielzahl unterschiedlicher Talente. Herausragend seien seine schnelle Auffassungsgabe und die Fähigkeit, neue Stück äußerst flink zu lernen. „Ich wüsste keinen, der diesen Preis mehr verdient hätte als er.“ Jimi sei der fleißigste und talentierteste Schüler, den er unterrichte.

So wirkt Musik auf unseren Körper

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Quelle: op-online.de

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