Kunstausstellung „Jugendart“ wechselt in die Geschwister-Scholl-Schule

Große Schau junger Talente

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Bruno Muñoz Röcken lernt im Atelier von Gerd Steinle von dem erfahrenen Rodgauer Künstler.

Rodgau - Konzentriert bringt Bruno Muñoz Röcken im Kunstatelier von Gerd Steinle mit einem Spatel Acrylmasse auf die Leinwand auf. Bloß nicht zu viel. Aber auch nicht zu wenig. Stimmt der Schwung? Beim Kunstschaffen kommt es auf die Details an. Bruno macht genau dies Spaß. Von Bernhard Pelka

Besucher der nächsten Rodgauer „Jugendart“ werden das erleben. Denn der Neunjährige aus Dudenhofen ist der jüngste Teilnehmer. Die Kunstausstellung „Jugendart“ geht ins dritte Jahr und wechselt hierfür den Standort. Am 11. Juli, 16 bis 19 Uhr, und am 12. Juli, 11 bis 17 Uhr, veranstaltet die städtische Agentur Kultur, Sport und Ehrenamt (AKSE) die junge Kunstausstellung in der Geschwister-Scholl-Schule in Hainhausen statt wie bisher im Jugendhaus Dudenhofen. „Wir wollen Jugendliche außer an Sport und Wettkämpfe auch an Kunst heranführen“, erläutert Sport- und Kulturdezernent Werner Kremeier das Ausstellungskonzept. Der Jugend-Kunst solle mithin „ein positives Umfeld geschaffen werden“.

Für die Ausstellung sucht die AKSE noch weitere junge Künstler zwischen 13 und 27 Jahren aus den Bereichen Fotografie, Malerei, Zeichnungen, Skulpturen oder Video und Film. Auch die Bühne ist am Sonntag noch frei beispielsweise für Poetry Slam, Rapper, Breakdancer oder Hip-Hop-Tänzer. Wer sich und seine Kreativität zeigen möchte, meldet sich unter kultur@rodgau.de oder Tel.: 06106/693-1221. Auch Bands sind noch willkommen. Bisher füllen die Bühne am Samstag, 18 Uhr, „Janekam“ und Sonntag, 11 Uhr, „Timeless“. Da die Altersgrenze von 13 Jahren für Einsteiger lediglich eine Empfehlung ist, macht der Veranstalter für Bruno Muñoz Röcken gerne eine Ausnahme. Für ihn ist es die erste Ausstellung. Im vergangenen Jahr war er allerdings bereits der jüngste Stipendiat der Stiftung der Sparkasse Langen-Seligenstadt im Bereich „Kunst und Sprachen“. Der Junge ist eben überdurchschnittlich begabt. Das erkannten im Kindergarten schon die Erzieherinnen, später in der Schule dann die Lehrer und die Eltern – beide promovierte Naturwissenschaftler – sowieso. Entsprechend fördern sie ihren Sprössling. Seit gut einem Jahr nimmt Bruno Einzelunterricht bei Gerd Steinle. Zu sehen sind von dem Nachwuchskünstler bei der „Jugendart“ zehn Zeichnungen und Skulpturen.

Das ist aber nur ein Aspekt der Talente-Schau in der Geschwister-Scholl-Schule (GSS). Schulleiter Tino Desogus und Kunstlehrerin Gabi Barthold waren sofort bereit, die Räume zur Verfügung zu stellen. Die GSS bietet seit dem vergangenen Schuljahr eine Kunstklasse mit derzeit 23 Schülern an und war damit ein optimaler Ansprechpartner für den Ortswechsel der Schau. Die Kunstklasse läuft so gut, dass im kommenden Schuljahr eine weitere an den Start gehen soll. Die Schüler lernen hier verschiedene Techniken kennen, erfahren alles über Pigmente, stellen selbst Farben her und besuchen besondere Ausstellungen vorwiegend in Frankfurter Museen. Aber auch die anderen Rodgauer Schulen sind sehr aktiv in Sachen Kunst. So freut sich der Veranstalter, dass bei der „Jugendart“ auch Werke der Georg-Büchner-Schule unter der Leitung von Claudia Litze, der Claus-von-Stauffenberg-Schule unter der Leitung von Ina Sattran, der Heinrich-Böll-Schule unter der Leitung von Sigrid Freisler und der Malraum-AG mit Leiterin Yvonne Rebmann zu sehen sind.

Das Programm gestaltet sich weitgehend durch musikalische Beiträge aus der Schulgemeinschaft. So wird Panajiotis Ntooskas die Eröffnung mit seinem Gitarrenspiel begleiten und am Sonntag nochmals auf der Bühne stehen. Der Schulchor singt am Sonntag gegen 16 Uhr zum Abschluss der Veranstaltung. Der gefragte Kunstschmied Joachim Harbut wird am Samstag ein gemeinsames Objekt mit Jugendlichen gestalten. Am Sonntag bietet Künstlerin Cyreille Aumjaud einen Kurs für Sprayer an. Weitere Mitmach-Projekte der Kunstlehrer der Geschwister-Scholl-Schule sind geplant. Freilich dürfen alle Besucher mitmachen. Das Catering übernimmt die „Schülerfirma“ der Geschwister-Scholl-Schule. Die Jugendlichen aus Haupt- und Realschulklassen bewirtet unter der Leitung von Conny Ott-Tebbe bereits schulische Veranstaltungen. Und die Eltern backen leckere Kuchen.

Quelle: op-online.de

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