Männerballett-Wettstreit bei der TGM SV Jügesheim

Viel Applaus für „Taktlos“ und Metaxa-Ballett

+

Jügesheim - „Taktlos“ sind die Größten. Beim ersten Rodgauer Männerballett-Contest am Samstagabend in der Halle der TGM SV Jügesheim fuhr die Truppe mit ihren Trainerinnen Jutta Podroschko und Judith Mark einen souveränen Heimsieg ein.

Für die Choreografie „Traum eines kleinen Jungen“ gab es den Wanderpokal des Gesamtsiegers, obendrein noch eine Trophäe für die anspruchsvollste Akrobatik. So etwas könnte auch in Rodgau funktionieren. Jennifer List, Männer-Trainerin beim Gastgeberverein, und ihre Formation „Jennis Sklaven“ hatten früher selbst schon auswärts Wettbewerbs-Atmosphäre geschnuppert und bei starker Konkurrenz auch achtbar abgeschnitten. Männerballette haben, ähnlich wie Tanzgarden, längst ihre eigene Szene und Contest-Kultur. Am Untermain gibt es Vergleichskämpfe etwa in Mühlheim und Seligenstadt. Bislang nicht in Rodgau, und das durfte so nicht stehen bleiben.

Auf den Kameraden surfen - nicht zuletzt mit dieser Nummer verdiente sich die tanzende Feuerwehr des RCC Knallkepp beim Rodgauer Männerballett-Contest den lautesten Beifall.

Die Chance auf einen Triumph vor eigenem Publikum bekamen die TGM-SV-Tänzer, in der gerade verflossenen Kampagne als Superhelden auf der Bühne, zwar nicht - jemand musste schließlich dafür sorgen, dass beim kräftezehrenden Narrensport niemand Durst oder Hunger litt. Dafür verdienten sich die Sklaven ein Sonderlob als Gastgeber: Bis Moderatorin Simone Gajewski nach gut drei Stunden das Mikrofon aus der Hand legte, zeigte das Stimmungsbarometer in der Halle an der Weiskircher Straße Dauerhochdruck an. Ein paar Aktien daran hatten Sänger Thorsten Rech, der den vollbesetzten Saal mit Schlagern in Bewegung hielt, DJ Uwe und die Cheerleader der Frankfurt Galaxy, die gekonnt die Anheize besorgten.

Einiges abverlangt wurde der prominent besetzten Jury. SPD-Politiker Ralf Kunert, TGM SV-Sitzungspräsiden Siggi Balz, Petra Seyffarth von der Rodgau-IGEMO, Fastnachts-Urgestein Gerda Rupp und Gardetanz-Champion Luca Einloft - unter anderem dreifacher Europameister - hatten die grazilen Balletteure aus acht Formationen in ebenso vielen Kategorien zu bewerten. Den lustigsten Tanz legten nach ihrem Votum die Weltraumfahrer vom Gesangverein Germania Seligenstadt auf die Bretter, die in neuen Galaxien den wohl schrägsten Aliens am Narrenhimmel entgegen düsten. Den besten Gesamteindruck hinterließen die wilden Barbaren vom Mühlheimer Karnevalsverein (MKV) - Idee, Choreografie und Technik schufen zusammen die Illusion archaischer Urkräfte.

Männerballett-Contest in Rodgau: Bilder

Die kreativsten Kostüme hatten die Leosandwichdancers vom SV Eberstadt mitgebracht: Löwe, Hexe, Spukgestalten umwirbelten den Zauberer von Oz, die Darmstädter Jecken lieferten ein rundes kleines Musical ab. Als „heiße Feger“ gingen die sechs jungen Tänzer vom Männerballett des CCH aus Harreshausen durch - erst kernige Cowboys, dann zarte Eleven im rosa Ballettröckchen. Den weiblichsten Aufritt legten unangefochten die Shopping Queens aus Seligenstadt hin. Mit „Plattgedappte Ausschmeißgutsjer“ hatte die Gruppe auch den schrägsten Namen vorzuweisen. Wenn sie gerade nicht in Frauenkleidern tanzen, verriet die Moderatorin, bauen die Herren am liebsten Fastnachtswagen.

Ebenfalls aus Seligenstadt kam mit dem TGS-Männerballett die Truppe mit der eindrucksvollsten Bühnenpräsenz. Mit perfekter Mimik und abgezirkelter Choreografie im Mozart-Look verdienten sich diese Formation auch den Sonderpreis der „Schweren Jungs“: Beim kollektiven Wiegen brachten es die Turner-Fastnachter auf das höchste Durchschnittsgewicht. Publikumssieger wurde mit dem Metaxa-Ballett des RCC „Knallkepp“ dann wieder eine Rodgauer Formation: Für die tanzenden Feuerwehrmänner zeigte ein Messgerät den lautesten Beifall an.

rdk

Quelle: op-online.de

Mehr zum Thema

Kommentare