22 Zunftschilder zieren das Wahrzeichen

Ein Storch als Pate des Maibaums

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Ungewollt spritzig geriet der Bieranstich. Nachdem es bei Alexander Roßkopf (Zweiter von links) nicht klappte, richtete es Berthold Schüßler (links) unter den Augen des Storchs.

Rodgau - Rodgaus einziger Maibaum steht seit Samstag wieder auf dem Ludwig-Erhard-Platz in Dudenhofen. Gut 20 Minuten waren nötig, um die 15 Meter hohe Fichte aus dem Nieder-Röder Wald aufzurichten. Von Bernhard Pelka 

Wie gut, dass ein Kran der Zimmerei Henkel & Geflitter den Baum während der wackeligen Angelegenheit am Haken hatte. Das erleichterte die Prozedur erheblich – und machte sie für alle Beteiligten sicherer. „Petrus muss Dudenhöfer sein“, freute sich ein Gast der Gewerbeverein-Veranstaltung, die längst Volksfestcharakter hat. Nach miesem Frost-Frühling in der vergangenen Woche strahlte die Sonne mit den mehreren Hundert Gästen beim Maibaumstellen um die Wette. Kein Wunder, dass Gewerbevereinsvorsitzender Berthold Schüßler und seine Mitstreiter von Event Werk und Musikverein Dudenhofen hochzufrieden waren.

Das galt auch für Alexander Roßkopf. Zusammen mit seinen Brüdern Sebastian und Constantin sowie den Landwirten Philipp Seibert und Maximilian Holschuh hatte er schon im März den Maibaum nach bayerischer Sitte dem Gewerbeverein geklaut und zum Karolinger Hof nach Jügesheim entführt.

Die Roßkopf-Brüder machten aus dieser Aktion obendrein einen Aprilscherz. Deshalb thronte auf der Spitze des Maibaums zeitweise ein Storchennest. In Anspielung darauf trug Roßkopfs Sohn Noah (6) beim kleinen Festumzug von den Geflügelzüchtern zum Ludwig-Erhard-Platz eine Storchenfigur in den Armen. „Männer – hebt an!“ Berthold Schüßler gab aber nicht nur das Signal, sondern packte bei der schweißtreibenden Zeremonie auch kräftig zu. Stützen von unterschiedlicher Höhe hielten den Maibaum, der in Etappen schließlich die Vertikale erreichte – gut verkeilt in der stählernen Bodenhülse. Natürlich wurde die Aktion reichlich beklatscht und von vielen Handys gefilmt. Dazu intonierte der Musikverein unter Leitung von Rainer Fenchel die Klassiker bayerischer Bierfestmusik.

Bilder: Maibaum in Dudenhofen

22 Zunftschilder hängen – dank großzügiger Sponsoren – am Baum, plus zwei für die bisherigen Maibaumdiebe. Als Entschädigung für den Maibaum-Klau spendierte Alexander Roßkopf übrigens ein Fässchen Bier, wobei er beim spritzig-feuchten Anstich dankbar war für die Assistenz von Berthold Schüßler. Nach mehreren Anläufen war dann aber angezapft – und die Freiluftparty konnte richtig los gehen.

Quelle: op-online.de

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