Doppelte Anmeldungen verhindern

Online-System: Per Mausklick zur Kita

+
Die Kindergärten in Rodgau bieten eine Vielfalt an pädagogischen Konzepten. Dieses Foto entstand gestern in der katholischen Kindertagesstätte St. Nikolaus Jügesheim.

Rodgau - Ein neues System zur Vergabe von Kindergartenplätzen soll Doppel- und Mehrfachanmeldungen überflüssig machen. Die Stadtverwaltung arbeitet an einer internetbasierten Lösung, die vielleicht schon im Sommer an den Start gehen kann. Von Ekkehard Wolf 

Das Ziel ist eine zentrale Liste für alle 24 Kindertagesstätten im Stadtgebiet. Bisher melden Eltern ihre Kinder je nach Wunsch in einem oder mehreren Kindergärten an. Jede Einrichtung führt ihre eigene Warteliste. Ein-, zweimal im Jahr treffen sich die Kita-Leiterinnen in den Stadtteilen und sprechen sich ab, wer welches Kind aufnimmt. „Vor einem halben Jahr haben wir mal alle Anmeldungen und Wartelisten gesammelt und festgestellt, dass es teilweise Drei-, Vier- und Fünffachanmeldungen gab“, berichtet der zuständige Fachbereichsleiter im Rathaus, Frank-Ulrich Lenz. Das ging sogar so weit, dass Kinder noch auf der Warteliste eines konfessionellen Kindergartens standen, obwohl sie längst eine städtische Einrichtung besuchen.

Je knapper die Anzahl an freien Plätzen ist, umso eher ist damit zu rechnen, dass Eltern ihr Kind in mehreren Kitas anmelden - in Einzelfällen bis zu sieben Mal. Ab und zu komme es sogar vor, dass Schwangere ihr ungeborenes Kind schon für eine Kleinkindgruppe anmelden wollen, sagt Lenz lächelnd: „Das ist ein bisschen früh.“ Eltern haben die Qual der Wahl unter 24 Kindertageseinrichtungen mit unterschiedlichen Konzepten. Ein rodgauweiter Tag der offenen Tür (morgen, Sonntag, von 14 bis 17 Uhr) bietet Gelegenheit sich zu informieren und mehrere Kitas zu vergleichen. Wo sie sich anmelden, bleibt den Eltern überlassen.

Die Kindergärten bemühten sich, die Wünsche zu erfüllen, betont Frank-Ulrich Lenz. Das gelinge oft, aber nicht immer. Die Stadt könne auch keinen Kita-Platz im gleichen Stadtteil garantieren, „in Ausnahmefällen ist es auch mal der Nachbarstadtteil“. Das computergestützte Anmeldesystem soll das Problem der Mehrfachanmeldungen lösen. Eltern können dort die gewünschte Betreuungszeit auswählen und ihre drei Lieblings-Kindergärten angeben. Die zentrale Liste erleichtert die Organisation: Sobald ein Kind aufgenommen ist, verschwindet es von der Warteliste. Zunächst ist das System nur für städtische Einrichtungen gedacht. Eine Angestellte im Rathaus hat eine Online-Anmeldung ausgetüftelt, die mit der vorhandenen Technik auskommt. Der Prototyp wird derzeit im Rathaus erprobt. Eine spezielle Software würde einen fünfstelligen Betrag kosten - Geld, das die Stadt derzeit nicht hat.

Quelle: op-online.de

Kommentare