Modellfluggruppe Jügesheim besteht seit 50 Jahren

Originaltreue sehr geschätzt

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Die Modellflug-Boliden sind Nachbauten der „Super Constellation“, ein Verkehrsflugzeug des amerikanischen Herstellers Lockheed. Trotz Wind waren die Flugbedingungen gut, nur der Regen trübte zeitweise den Flugspaß.

Jügesheim - Staunende Zuschauer, spektakuläre Flugmanöver und großartige Flugmodelle – bei ihrer Jubiläumsflugschau anlässlich des 50-jährigen Bestehens ließ es die Modellfluggruppe Jügesheim ordentlich krachen. Von Peter Petrat 

Nach einem Jahr Vorbereitung war der Verein mit der Zahl der Teilnehmer und Zuschauern sehr zufrieden, nur die vereinzelten Regenschauer haben den Flugspaß etwas getrübt. Egal ob Hubschrauber, Düsenjet, Segler oder Drohne, dabei war alles, was Flügel hat. Unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Jürgen Hoffmann präsentierten die Modellflieger einen Tag lang ihr Hobby. Beim Jedermannfliegen konnte aber auch jeder Besucher einmal selbst den Steuerknüppel in den Hand nehmen, zunächst am Flugsimulator, dann mit einem erfahrenen Piloten im sogenannten Lehrer-Schüler-System. Rund 80 Flugmodelle aus den verschiedensten Kategorien stiegen in den Himmel und zeigten die Vielfalt des Modellbaus.

Unter den vielen Attraktionen waren unter anderen auch Nachbauten der Lockheed Super Constellation, einem viermotorigem Verkehrsflugzeug des US-amerikanischen Herstellers Lockheed, das auch für militärische Zwecke verwendet wurde. Besonders eindrucksvoll war der „Kraftei“ genannte Objektschutzjäger Me 163 von Messerschmitt. Mit seinem Düsentriebwerk erreicht auch das Modell unglaubliche Geschwindigkeiten von bis zu 340 Stundenkilometer. Das ist selbst für erfahrene Piloten eine echte Herausforderung. Das Geheimnis der ungeheuren Energie liegt in einem Gewicht von nur 13 Kilogramm bei einer Schubleistung von 16 Kilogramm, also einem dicken Plus an Antriebskraft.

Das hat natürlich auch seinen Preis: Rund drei Liter Sprit verbrennt das Modell in sechs Minuten Flugzeit. Das Original hatte mit seinem Raketentriebwerk dieselben Probleme. Die Wunderwaffe hat eigentlich nur für den Start genug Treibstoff, der Luftkampf fand dann zumeist bereits schon ohne Antriebskraft im Gleitflug statt.

Gegründet wurde der Verein 1965 von Dieter Schlüter, Manfred Menzen, Peter Bobsin, Willi Döring und Franz Straatmann bereits am heutigen Flugplatz am Jügesheimer Waldrand. Ursprünglich wurde dabei ein Ersatzgelände für einen Modellbau-Club aus Hanau gesucht, der dann jedoch kein Interesse an dem brach liegenden Stoppelfeld hatte und ein anderes Gelände bevorzugte. Diese Chance nutzten die fünf Fliegerkameraden für ihren eigenen Verein, der sich langsam aber stetig entwickelte. Ingenieur Schlüter, inzwischen Ehrenmitglied des Vereins, gab dem Gelände eine besondere Bedeutung: Dort ging der erste funkfernsteuerbare Modellhubschrauber in die Luft.

Modellflieger-Rennen am Badesee

Heute besteht die Modellfluggruppe aus etwa 60 Mitgliedern. Der Vorstand setzt sich aus den beiden Vorsitzenden Dietmar Niehuesbernd und Andreas Bindewald, Schatzmeister Albert Volk und Schriftführer Norbert Stein zusammen. Der zweite Vorsitzende Bindewald ist seit seiner Kindheit vom Modellflug begeistert, wie auch schon sein Vater schon vor ihm. Auch seine Vereinskollegen legen sehr viel Wert auf die Originaltreue der Flugmodelle. Inzwischen haben die Modellflieger fast alles, was auch ihre Vorbilder haben: Wassertanks, einklappbare Landeklappen und vieles mehr.

„Das tolle am Modellfliegen ist, wenn man es von seinem Vater gelernt hat und es dann im Laufe von vielen Jahren perfektioniert“, schwärmt er. Dabei erarbeite man sich Kenntnisse und Fertigkeiten in vielen handwerklichen Bereichen, etwa der Lackiererei, der Holz- und Plastikverarbeitung sowie der Elektrotechnik. In der Vereinsarbeit steht auch die Jugendförderung im Mittelpunkt, so unterstützt der Verein das Hereinschnuppern etwa in Projektwochen und in Schulprojekten.

Quelle: op-online.de

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