Lieber in der Heimat begraben

Muslimisches Gräberfeld kaum genutzt

Rodgau - Auf den Friedhöfen können Tote ohne Sarg bestattet werden, wenn das aus religiösen Gründen erwünscht ist. Das gilt seit März 2013 landesweit. Im nächsten Jahr steht es auch in der Friedhofssatzung der Stadt.

Die Beisetzung im Leichentuch ist eine der Bestattungsvorschriften im Islam. Der Leichnam soll in jungfräuliche Erde auf die rechte Körperseite mit dem Gesicht in Richtung Mekka gelegt werden. Ein Gräberfeld für muslimische Bestattung gibt es seit September 2012 auf dem Jügesheimer Waldfriedhof. Der Ausländerbeirat hatte sich dafür eingesetzt. In Absprache mit den islamischen Gemeinden wurde im Friedhofsgebäude ein Raum für rituelle Waschungen eingerichtet.

Dennoch werden offenbar immer noch viele Verstorbene islamischen Glaubens zur Bestattung in ihre Herkunftsländer geflogen. Auf dem muslimischen Gräberfeld in Jügesheim fanden erst drei Beerdigungen statt, seit 2012 eine pro Jahr. „Das wundert uns auch“, sagt Christina Breuninger von der Friedhofsabteilung der Stadtwerke. Sie erwartet, dass das Gräberfeld in Zukunft stärker nachgefragt wird, spätestens wenn die Generation der heute 50-Jährigen ins Sterbealter kommt. Dahinter steht die Überlegung: Wer seinen Lebensmittelpunkt und die meisten Verwandten in Deutschland hat, will auch hier begraben sein.

eh

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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