Vorfall bei der Kommunalwahl

Musterstimmzettel nicht erwünscht: Bürgerin verärgert 

Weiskirchen - Simone Anand versteht die Welt nicht mehr: Sehr gründlich hatte sie sich auf die Kommunalwahl am 6. März vorbereitet und sich intensiv mit den Positionen beschäftigt.

Gerade weil die Bürgerin davon ausgeht, dass es bei lokalen Entscheidungen ganz besonders auf die handelnden Personen ankommt, wollte sie ihre Stimmen über Parteigrenzen hinweg verteilen. Als sie in Begleitung ihrer Mutter im Wahllokal in Weiskirchen ankommt, ausgestattet mit Personalausweis und Wahlbenachrichtigung, wird sie von den Wahlhelfern auf den von ihr ausgefüllten Musterstimmzettel angesprochen. Den hatte sie als Vorlage und Gedächtnisstütze bei der „richtigen“ Wahl benutzen wollen. Ihrer Darstellung zufolge soll sie den Bogen abgeben, weil es sonst zu einem Durcheinander kommen könnte. Lediglich der Intervention ihrer Mutter sei es zu verdanken gewesen, dass sie den Wahlzettel habe behalten können, beschwert sich Simone Anand. Die 19-Jährige verärgert, dass unterstellt worden sei, sie sei nicht in der Lage, den richtigen Zettel in die Wahlurne zu werfen. Auch hätten die Wahlhelfer erklärt, im Wahllokal würden meist nur Listen gewählt, während das Kumulieren und Panaschieren eher bei Briefwählern angesagt sei.

Sabine Fischer, Sprecherin der Stadt Rodgau, gibt die Position der Wahlhelfer wieder: Diese bestreiten, dass sie der jungen Frau den Musterstimmzettel hätten abnehmen wollen. Allerdings hätten sie die Verwechslungsgefahr thematisiert. Nach ihrem Wahlgang hätte die junge Frau den ausgefüllten Musterbogen abgeben wollen. Dies aber habe der Wahlvorstand mit dem Verweis aufs Wahlgeheimnis abgelehnt.

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Simone Anand: „Ich habe einen Scherz gemacht und gesagt ,Jetzt können Sie den Stimmzettel haben’. Aber das ist offensichtlich nicht verstanden worden.“ In einer Mail hatte die Bürgerin sich in der Redaktion und auch bei der Stadtverwaltung beklagt: „Die Tatsache, dass man mir meinen ausgefüllten Musterwahlzettel abnehmen wollte und damit meine Wahlentscheidung einschränken wollte, widerspricht meinem Verständnis von geheimer Wahl und Demokratie.“ Die junge Frau hofft, dass es sich bei diesem Vorfall um eine Ausnahme handelt.

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siw

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa

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