Nachbar des Sportzentrums Dudenhofen klagt über Krach

Lärm-Ärger nach Spielen und Training

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Das ärgert Nachbarn: Obwohl der ganze Sportplatz frei ist, trainiert diese Fußballmannschaft ausgerechnet dort, wo der Abstand zu den Wohnhäusern am geringsten ist. Mit einem Drahtgitter schützt ein Anwohner seinen Balkon vor fliegenden Bällen.

Dudenhofen - Der Ärger um den Lärm bei der Aufstiegsfeier der TSV-Fußballer vom 14. Juni ist noch nicht ausgestanden. Von Ekkehard Wolf 

Nach dem TSV-Abteilungsleiter („Das Maß ist voll“) meldet sich nun ein betroffener Anwohner zu Wort: Exzessives Feiern auf dem Sportplatz sei nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Schallpegelmessungen belegen diese Aussage. „Was mich stört, ist nicht der Spielbetrieb, sondern es sind die Chaoten, die nach dem Spiel grölen und schreien“, sagt ein 65-jähriger Anwohner: „Ich habe selbst 28 Jahre Fußball gespielt. Wir haben auch gefeiert. Aber solche Exzesse habe ich noch nie erlebt.“ Lautstarke Feiern gebe es nicht nur nach den Heimspielen, sondern auch nach dem Training. „Jedes Duschen wird zur Party“, berichtet der Anwohner, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. „Saufgelage und Gegröle“ gebe es auch bei zahlreichen privaten Feiern an der Hütte auf dem Sportplatz: „Ob die Vereinsführung das weiß, weiß ich nicht.“

Der lärmgeplagte Nachbar will es nicht hinnehmen, dass er in anonymen Online-Kommentaren als Querulant und Wichtigtuer hingestellt wird: „Ich wusste, dass ich an einen Sportplatz ziehe. Das macht mir nichts aus. Aber es kann nicht sein, dass ich abends die Fenster schließen und die Rollläden runterlassen muss, nur weil ein paar Chaoten schreien.“ Bei den Störenfrieden handele es sich um einen harten Kern von 30 oder 40 Personen. Das Ausmaß des Lärms kann der Anwohner belegen. Er hat sich im Februar ein Schallpegelmessgerät gekauft. Das Mikrofon hängt in der Wohnung. Die Aufzeichnungen zeigen an Spieltagen einen hohen Lärmpegel mit Ausschlägen nach oben, der nach Spielende lange anhält und dabei allmählich ansteigt. Der Anwohner führt diesen Anstieg auf den steigenden Alkoholpegel zurück.

„Ich erwarte nicht, dass es so ruhig ist wie in einem Luftkurort“, stellt der Sportplatz-Nachbar klar. Aus Gesprächen mit Anwohnern wisse er, dass auch sie unter dem Sportplatzlärm litten. Vor der Unterschrift unter den Mietvertrag habe er sich den Spiel- und Trainingsbetrieb mindestens zehn Mal angehört. Mit lauten Bierfesten zu später Stunde habe er jedoch nicht gerechnet. Die Siedlung neben dem Sportplatz gilt als „allgemeines Wohngebiet“. Sportstätten dürfen dort höchstens folgende Immissionsrichtwerte erreichen: 55 dB (A) tagsüber außerhalb der Ruhezeiten, 50 dB (A) während der Ruhezeiten und 40 dB (A) nachts.

TSV Dudenhofen II feiert Kreisliga-Aufstieg: Bilder

Die Messprotokolle des Anwohners liegen auch dem Fachdienst Umwelt des Kreises Offenbach vor. Das Messgerät ist jedoch nicht geeicht; laut Hersteller können die Werte um bis zu drei Dezibel abweichen. Außerdem kann das Gerät nicht zwischen unterschiedlichen Geräuschquellen unterscheiden. Eine amtliche Messung könnte zum Beispiel klären, welchen Einfluss der Autolärm von der Bundesstraße 45 hat. Was tut die zuständige Behörde dafür, dass die gesetzlichen Vorschriften eingehalten werden? Eine erste Lärmquelle ist laut Kreis-Pressesprecherin Kordula Egenolf bereits erkannt: Ein Lagerschuppen sei offenbar über Jahre hinweg zum Getränkeausschank zweckentfremdet worden. Der Verein habe schriftlich zugesagt, das Gebäude künftig nur noch als Lagerraum zu nutzen.

Bei weiteren Beschwerden werde das Umweltamt eine amtliche Lärmmessung vornehmen, so die Sprecherin weiter. Bei einer Überschreitung der Richtwerte seien dann Einschränkungen der Betriebszeiten oder Schallschutzmaßnahmen möglich. Der betroffene Nachbar würde eine Schallschutzwand begrüßen. Zudem regt er an, dass Spieler und Fans eine halbe Stunde nach dem Abpfiff einfach in der Vereinsgaststätte weiterfeiern. Der Verein bekundet prinzipiell Gesprächsbereitschaft. Fußballabteilungsleiter Stefan Kloos: „Der TSV hat an allem Interesse, nur nicht daran, ständig mit den Nachbarn im Clinch zu liegen."

Quelle: op-online.de

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