Tiere in Gärten von Anwohnern angekommen

Nager-Plage im Schutzwall

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Solche Löcher gibt’s im Wall hinter den Häusern an der Münchener Straße zuhauf. Wühlmäuse? Ratten? Maulwürfe? Wie auch immer: Anwohner wollen das nicht mehr hinnehmen.

Nieder-Roden - Manche Beete im Garten von Günther Keller – und auch Rasenstücke – sehen fast aus wie ein Schweizer Käse. Wühlmäuse oder andere ungebetene Gäste haben ganze Arbeit geleistet. An manchen Stellen muss es unterm Grün ein Labyrinth von Gängen geben. Denn wer oben auf die Grasnarbe tritt, sinkt ein.

Der Anwohner der Münchener Straße ist sicher, dass die Nager sich vom benachbarten Wall hinter seinem Haus unterm Zaun durch in den Garten gegraben haben. Tatsächlich ist der Wall noch viel schlimmer durchlöchert als Kellers Garten. Der Wall ist städtisches Gelände. Er gehört zu jenen Flächen, die von der Stadt ganz bewusst nur noch sehr selten gemäht werden. Das soll bewirken, dass Wildkräuter und -gräser wachsen, die Bienen und anderen Insekten als Nahrungsquelle dienen. „Biodiversität“ nennen Fachleute diese gewollte Unordnung. Seit drei Jahren fühlt sich die Stadt diesem Konzept verpflichtet. „Und jetzt haben wir hier die Ratten“, ist Keller sauer. Früher sei der Wall regelmäßig gemäht worden. Es habe sich eine dichter Rasenteppich darauf gebildet. Sogar Moos sei dort gewachsen. Seit nicht mehr gemäht werde, fänden Nager mit den Samen der hoch schießenden Gräser hervorragende Nahrung. Das habe das Wachstum der Population begünstigt. „Und jetzt sind sie in den Gärten der Leute hier.“

Die städtische Pressestelle teilte auf Anfrage unserer Zeitung mit, die Rathaus-Fachleute fürs Grün sähen keinen Zusammenhang zwischen hoch wachsenden Gräsern und einer Nagerplage. Das Problem sei überdies von anderen Wildwuchsflächen nicht bekannt. Zusammen mit Familie Keller werde es einen Ortstermin geben, um die Sache zu klären.

Augen nach unten: Spuren von Wildtieren finden sich überall

bp

Quelle: op-online.de

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