Neuer Einkaufsmarkt

Verkehr ist der Knackpunkt

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Der „Netto-City-Markt“ an der Kirche bietet auf 381 m² nur ein eingeschränktes Warensortiment. Der Neubau wird fast drei Mal so groß.

Weiskirchen - Der geplante Neubau eines Einkaufsmarktes am Bürgerhaus Weiskirchen wirft aus Sicht von Bürgern viele Fragen auf. Das zeigte sich bei einem Informationsabend am Dienstag. Von Ekkehard Wolf 

Dabei ging es vor allem um den Verkehr: Bringt der Einkaufsmarkt mehr Autos und Lastwagen auf die Schillerstraße? Und: Wie sicher sind Fußgänger, Radfahrer und Gehbehinderte?.

Der neue Netto-Markt soll die Nahversorgung verbessern. Der Discounter will auf rund 1 000 Quadratmetern ein Sortiment aus 4 500 Artikeln anbieten, fast ausschließlich Lebensmittel (96,5 Prozent). Im Eingangsbereich ist ein Backshop mit Café geplant. Die bisherige Netto-Filiale an der Kirche ist viel kleiner (381 m²) und bietet weniger Auswahl.

Als Nahversorger erwarte man vorwiegend Kunden aus dem Stadtteil, sagte Manfred Kratz von der Netto-Niederlassung in Worms. Der Anlieferverkehr beschränke sich auf einen oder zwei Lastwagen pro Tag. Die Zufahrt erfolge über die Brücke, also nicht durch den Ort.

Beschwerden über fehlendes Mitspracherecht

„Die Weiskircher Bürger sind nicht mit einbezogen worden, sie werden vor vollendete Tatsachen gestellt“, kritisierte eine Anwohnerin. Bürgermeister Jürgen Hoffmann entgegnete: „Wir haben im Vorfeld sehr offen über dieses Projekt informiert.“ Bürger, die sich an die Stadtverwaltung wandten, hätten ausführliche Antworten erhalten.

Mehrere Bürger äußerten die Sorge, dass die enge und stark befahrene Schillerstraße noch mehr Verkehr aufnehmen müsse. Erster Stadtrat Michael Schüßler sagte, der Durchgangsverkehr mache etwa ein Fünftel aus. 80 Prozent seien Ziel- und Quellverkehr, „von uns allen selbst verursacht“. Der Anteil der Lastwagen liege unter fünf Prozent, „das ist auf der Schillerstraße nicht anders als auf anderen Hauptverkehrsstraßen auch“. In Weiskirchen gebe es nur eine einzige Ost-West-Verbindung. Dies sei die Konsequenz aus früheren Entscheidungen.

Wie unbefriedigend die Situation auf der Schillerstraße ist, zeigten mehrere Wortmeldungen. Ein Anwohner klagte über Falschparker, die seine Hofeinfahrt blockierten. Ein anderer Bürger regte an, mit „Rechts vor links“ den Verkehr zu beruhigen. Eine Bürgerin schlug eine Einbahnregelung vor.

Parkplatzaufkommen wird erhöht

Stadt und Investor planen Parkplätze für 135 Autos, etwa doppelt so viele wie bisher. Sie stehen sowohl für Kunden als auch für Kindergarten-Eltern, Sportler und Bürgerhausbesucher zur Verfügung. Ein Sicherheitsrisiko sehen etliche Bürger darin, dass ein Gehweg an der Parkplatzzufahrt wegfällt. Als Ersatz gibt es eine Treppe von der Brücke zum Einkaufsmarkt. Heinz Meibert fordert dort zusätzlich eine Rampe, um Gehbehinderte nicht zu benachteiligen. Stefan Janke (ADFC) kritisiert die Anordnung von Parkplätzen beiderseits der Zufahrt: „Da muss man höllisch aufpassen.“

Eine Verkehrszählung in der nächsten Woche soll Daten für ein Verkehrsgutachten liefern. Darin geht es um die Leistungsfähigkeit der Parkplatzzufahrt und der Einmündung der Schillerstraße in die Hauptstraße.

Welchen Lebensmittel-Ketten die Verbraucher vertrauen

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Quelle: op-online.de

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