Vorschlag fürs Feuerwehrgelände im Magistrat

Neue Häuser in Alt-Hainhausen

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Der Abriss eröffnete einen neuen Durchblick zur Kirche St. Rochus. Bald schaut nur noch die Turmspitze heraus, wenn auf dem Grundstück zwei Wohnhäuser gebaut werden.

Hainhausen - Der alte Ortskern verjüngt sich. Im Herzen von Hainhausen sind in den letzten Jahren einige neue Mehrfamilienhäuser entstanden, unter anderem an der Jügesheimer Straße und der Marienstraße. Jetzt kommt ein Neubau an der alten Ortsdurchfahrt dazu. Von Ekkehard Wolf 

Neun „Stadtwohnungen“ sollen gegenüber dem Clubheim der TG Hainhausen entstehen. Die Adresse: August-Neuhäusel-Straße 22 und Martin-Bihn-Straße 4. Die alten Gebäude wurden schon vor Wochen abgerissen. Baubeginn ist in den nächsten Tagen; im Sommer 2017 sollen die Eigentumswohnungen fertig sein. „Das ist mein erstes Bauvorhaben als Bauträger“, sagt Bauingenieur Martin Yüce, der unter anderem als Bauleiter für einige Baukonzerne gearbeitet hat. Er wohnt in Hainhausen und weiß den Ortskern zu schätzen: als ruhige Wohnlage mit allem, was man so braucht. Zu Fuß sind es nur ein paar Schritte bis zur S-Bahn, mit dem Auto ist man in wenigen Minuten auf der Autobahn. Bäcker und Metzger sind fast vor der Haustür, Einkaufsmärkte gibt es ganz in der Nähe. Und: Seit der Bahnübergang im November 2002 geschlossen wurde, ist die August-Neuhäusel-Straße fast frei von Durchgangsverkehr.

So sah es in den letzten Jahren aus: leer stehende Geschäfte und geschlossene Fensterläden.

Das Grundstück an der ehemaligen Ortsdurchfahrt hat Martin Yüce gezielt erworben. „Rodgau ist sehr gefragt wegen der guten Verkehrsanbindung“, betont er. Die Nachfrage nach seinen Eigentumswohnungen gibt ihm Recht: „Die Verkaufsquote ist schon ziemlich hoch, die Vermarktung läuft reibungslos.“ Um das L-förmige Grundstück optimal auszunutzen, sind zwei Häuser mit sechs und drei Wohnungen geplant. Deshalb hat das Grundstück auch zwei Adressen. Die Parkplätze im Hof sind über die Martin-Bihn-Straße erreichbar. Wer in der Altortslage bauen will, muss besonders auf das Stadtbild achten. Einen Bebauungsplan gibt es nicht. Die Behörden entscheiden über jede Bauvoranfrage einzeln. „Ich musste Anpassungen durch den Architekten vornehmen lassen“, berichtet Martin Yüce. Eine Herausforderung für den Planer waren die Abstände zu den Nachbarn, denn an der August-Neuhäusel-Straße stehen die Häuser dicht an dicht.

Vielleicht regt dieser Neubau ja andere Eigentümer und Bauherren zu neuen Taten an. Die ehemalige Ortsdurchfahrt wartet schon lange auf ihre Chance. Der Kontrast zwischen gepflegten Häusern und verlassenen Altbauten prägt den Anblick seit Jahren. Anstöße zur Veränderung gab es mehrfach. Aufbruchstimmung weckte der Magistrat im August 2008 mit einer Bürgerversammlung unter dem Titel „Aktives Hainhausen“. Doch die erhofften Zuschüsse aus einem Städtebauförderprogramm des Landes blieben aus. Ein leeres Versprechen blieb die Zusage des damaligen Bürgermeisters Alois Schwab, notfalls werde die Stadt auch ohne Geld aus Wiesbaden tätig.

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Einen Impuls zur Veränderung des Ortsbildes dürfte auch die Bebauung des ehemaligen Feuerwehrgrundstücks setzen. Sie hat eine fünfjährige Vorgeschichte. Das alte Feuerwehrhaus wurde im Sommer 2011 abgerissen. Die Stadt beeilte sich, Tatsachen zu schaffen, nachdem die Brandschützer ins neue Feuerwehrhaus Mitte umgezogen waren. Seither dient das 1 080 Quadratmeter große Gelände abwechselnd als Parkplatz und Baustofflager.

Vor einem Jahr beauftragten die Stadtverordneten den Magistrat, einen „konzeptionellen Vorschlag“ für den Bau barrierefreier, bezahlbarer Wohnungen zu erarbeiten. Das war am 18. Mai 2015. Jetzt liegt ein entscheidungsreifer Bebauungsvorschlag vor, wie Erster Stadtrat Michael Schüßler auf Anfrage mitteilt. Der Magistrat werde sich in einer seiner nächsten Sitzungen damit befassen.

An das Bauvorhaben auf dem Feuerwehrplatz werden hohe Anforderungen gestellt. Trotz teurer Grundstückspreise sollen die Mieten bezahlbar sein. „Und dann soll es auch noch gut aussehen“, so Baudezernent Schüßler. Wie es mit Alt-Hainhausen weitergeht, ist noch offen. Anfang 2013 kündigte der damalige SPD-Ortsverein Rodgau-Nord an, eine neue städtebauliche Entwicklung im alten Ortszentrum anzustoßen. Bisher wurde daraus nichts.

Quelle: op-online.de

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