Neue Zentrale für Stadtwerke

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Die Stadtwerke Rodgau planen einen Neubau für fast sechs Millionen Euro. Gibt es Alternativen? 2002 kaufte die Stadt dieses Wohnhaus für die Stadtwerke. Es stammte aus der Konkursmasse eines Baustoffgeschäfts. Als Bürogebäude war es von Anfang an zu klein.

Rodgau - Die Stadtwerke Rodgau wollen ihre Kräfte an einem Standort bündeln. Der städtische Eigenbetrieb plant einen Neubau an der Hans-Böckler-Straße mit Kundencenter und 60 Büroarbeitsplätzen. Von Ekkehard Wolf 

Dort sollen auch die Mitarbeiter unterkommen, die bisher in Dudenhofen (Friedberger Straße 37) und in Containerbüros sitzen. Von kürzeren Wegen versprechen sich die Stadtwerke eine effizientere Arbeit und 70 000 Euro weniger Fahrt- und Betriebskosten pro Jahr. Das Haus in der Friedberger Straße 37 soll vermietet werden. Mieteinnahmen und ersparte Kosten decken zusammen die jährliche Abschreibung, so dass keine Folgekosten entstehen.

Der Neubau ist neben dem Haus Hans-Böckler-Straße 1 geplant, in dem seit 2002 einige Büros der Stadtwerke untergebracht sind. Ein Umzug des Recyclinghofs ist bereits beschlossen. Die vorhandene Halle wird abgerissen.

Die Baukosten beziffert der Magistrat mit 5,914 Millionen Euro. Am kommenden Montag soll die Stadtverordnetenversammlung darüber entscheiden. „Die Finanzierung des Neubaus erfolgt durch Eigenmittel“, betont der Magistrat: „Eine Fremdkapitalaufnahme für den Neubau erfolgt nicht.“

Vorhaben seit Jahren im Gespräch

Das Bauvorhaben ist bereits seit Jahren im Gespräch. 2012 waren erstmals Planungskosten im Wirtschaftsplan enthalten. Die CDU argwöhnte damals, das Stadtparlament bekomme einen Neubau untergeschoben. Damals ging es um einen Erweiterungsbau an der Hans-Böckler-Straße mit Büros für 50 Menschen. Die Kosten von 2,55 Millionen Euro sollten über Darlehen finanziert werden. Die ZmB-Fraktion rechnete damals vor, Miete oder Leasing seien günstiger.

Dass die Baukosten nun doppelt so hoch sein sollen, lässt sich nicht allein mit gestiegenen Baupreisen erklären. Die Kalkulation von 2012 bezog sich auf ein schlüsselfertiges Gebäude. Die aktuelle Berechnung enthält hingegen auch Baunebenkosten von fast 1,5 Millionen Euro.

Ein Neubau ist nicht die einzige Möglichkeit, um eine Stadtwerke-Zentrale zu schaffen. Auch der Kauf einer gebrauchten Immobilie ist denkbar, falls sich ein geeignetes Objekt findet. Die Erfahrungen in der Hans-Böckler-Straße mahnen aber zur Vorsicht. Der vermeintliche Schnäppchenkauf 2002 zog Umbaukosten nach sich, weil sich der Zuschnitt der Räume kaum für Büros eignete.

Der Eigenbetrieb will die neue Zentrale aus flüssigen Mitteln und aus den erwarteten Überschüssen der nächsten beiden Jahre finanzieren. Die allgemeine Rücklage ist gut gefüllt, unter anderem aus den Gewinnen der Geschäftszweige Wasser und Abwasser.

Quelle: op-online.de

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