SG Nieder-Roden feiert 70. Geburtstag

Verbeugung vor Ehrenamt

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Ein markantes Moment der Feier waren Live-Interviews mit Zeitzeugen. Per Videokamera wurden sie auf eine Leinwand übertragen. Hier berichtet Fred Neuhäusel (rechts) von großen Fußballsiegen.

Nieder-Roden - SG Nieder-Roden rückt zu ihrem 70. Geburtstag die Jubilare ins Zentrum des Geschehens.

„Was einem angeboren ist, wirft man nicht weg. “ Solch schöne Liebeserklärungen machten Mitglieder ihrer SG Nieder-Roden zur Feier des 70. Geburtstags. Rund 300 Gäste ließen den Traditionsverein im Bürgerhaus hoch leben. Die Zuschauer erlebten eine abwechslungsreiche Feier, charmant und ideenreich moderiert von Veronika Komadina und Peter Scherer. Musik, Tanz, Live-Interviews mit Zeitzeugen und ein Film mit herzlich-anrührenden Erinnerungen und amüsanten Anekdoten unterhielten zwischen den Ehrungsblöcken. Sie rückten die Hauptpersonen des Abends ins Zentrum: Frauen und Männer, die dem Verein seit Jahrzehnten treu verbunden sind. Darunter waren sogar die Gründungsmitglieder Hans Dries, Berthold Grimm, Hans Köhl, Fred Neuhäusel, Edgar Röhrig, Otmar Schultheis, Heini Weiland und Robert Weiland. Oder das an Jahren älteste Mitglied Kurt Weiland.

Ihn hatte das Publikum zuvor schon im Film „70 Jahre SG Nieder-Roden“ als Interviewpartner auf der Großleinwand erlebt: lebensfroh und voll schöner Erinnerungen an herrliche Erlebnisse in seinem Verein. Auch Otto C. Manus, Gerhard Weiland und Robert Weiland gaben in dem Streifen zum Besten, weshalb die SG ihnen so sehr am Herzen liegt. Manus fand dann die schöne Formulierung „Was einem angeboren ist…“

Das große Wir-Gefühl innerhalb der SG verdeutlichten später auch die Live-Interviews im Saal mit Fred Neuhäusel und Hans Dries. Sie erzählten kurzweilig von legendären Siegen und witzigen Begebenheiten aus den Tagen der glorreichen Oberligamannschaft in den Sechziger Jahren. Das hatte für viele im Saal großen Unterhaltungs- und Erinnerungswert und zauberte auf manches Gesicht ein verschmitztes Lächeln.

„Respekt vor so viel Engagement“

Zuvor hatte der Musikverein Nieder-Roden unter Leitung von Jürgen K. Groh die Zuhörer mit dem „Hymnus pastorale“ musikalisch begrüßt. Grüße nach Noten entsandte auch Kulturpreisträger Thomas Langer mit seinem Bruder. Mit Worten beglückwünschte hingegen Schirmherr und Landrat Oliver Quilling das Geburtstagskind. Er erinnerte an die Gründungstage, die mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs zusammenfielen. Vereine wie die SG Nieder-Roden hätten dazu beigetragen, dass die Menschen wieder zur Normalität zurückfinden konnten.

Heute prägten die Vereine im Landkreis Offenbach „unsere Kultur und Lebensqualität“. Die SG sei mit ihren 1250 Mitgliedern „ein fester Bestandteil dessen“. Nicht zu unterschätzen sei auch der positive Einfluss der Vereine auf die Jugend. „Vereine bringen sie mit Werten und Normen in Kontakt.“ Seinen ausdrücklichen Dank sprach Quilling den Ehrenamtlichen aus: „Respekt vor so viel Engagement und Idealismus!“

Zuvor hatte SG-Präsident Karl-Heinz Kohls insbesondere die Jubilare gewürdigt. So lange einem Verein die Treue zu halten sei „in einer Zeit, in der Vereinswechsel auch aus monetären Gründen gelegentlich im Jahreswechsel stattfinden, leider keine Selbstverständlichkeit mehr“. Auch äußerte Kohls Wünsche zum 70. Ein Verein sei immer nur die Summe derer, die sich für andere einsetzen. Es sei deshalb wichtig, die Arbeit auf möglichst viele Schultern zu verteilen. Dies bedeute dann aber auch, andere Meinungen als die eigene zu respektieren. Der SG-Chef schätzte sich glücklich, im Präsidium so viele junge ehrenamtliche Mitstreiter an vorderster Linie zu haben. Trotzdem erforderten die Aufgaben der Zukunft auch hauptamtliche Kräfte. „Eine Fusion mit der TG Nieder-Roden würde da vieles in der Tat einfacher machen.“

Bilder der Veranstaltung

SG Nieder-Roden feiert 70. Geburtstag 

Bürgermeister und Festpräsident Jürgen Hoffmann attestierte der SG eine große Zukunftsfähigkeit, ohne die Vergangenheit einfach zu vergessen. „Die SG ändert sich, ihr Herz aber nicht.“ Der Verwaltungschef wünschte, dass die Verantwortungsträger immer genug Unterstützer finden mögen. Ehrenbürger Paul Scherer appellierte an die jungen Leute im Saal, sich für ihren Verein zu engagieren. Natürlich sei es nicht leicht, neben Beruf und Familie Zusatzaufgaben zu übernehmen. Aber die Gesellschaft sei auf die Vereine nun einmal angewiesen. Einen Glückwunsch entrichtete Scherer auch an den Sportkreisvorsitzenden Peter Dinkel im Saal, der gerade erst für eine weitere Amtszeit gewählt worden ist. Dinkel selbst sagte, ihm liege es sehr am Herzen, „mit Menschen zu arbeiten, die dafür sorgen, dass die Vereine funktionieren“. Im Übrigen machte er es kurz, denn dann seien Grußworte am besten.

Die Modern-Dance-Gruppe „Reset“ zog später die Blicke auf sich. Überraschungselemente hielt auch eine Schwarzlichtaufführung bereit, die recht aufwändig die verschiedenen Sportarten aufzeigte, die das Geburtstagskind anbietet. Dem schlossen sich diverse Ehrungen durch den Landessportbund, den Hessischen Tennisbund sowie den hessischen Handball- und den Fußballbund an. Herausragend war dabei die Auszeichnung für Manfred Krapp. Er erhielt als Ehrenamtssieger des Kreises Offenbach den DFB-Ehrenpreis.

bp

Quelle: op-online.de

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