Für Jung und Alt

Spielplatz mal anders

+
Baustelle an der Frankfurter Straße: In vier bis sechs Wochen soll hier eine Grünanlage mit Bewegungsgeräten für Jung und Alt entstehen.

Nieder-Roden - Eine neue Art Spielplatz erprobt die Stadt in Nieder-Roden. Vis-à-vis des Altenheims wird ein sogenannter Mehrgenerationenplatz angelegt. Das ist seit zwei Jahren beschlossen. Jetzt haben die Bauarbeiten begonnen. Von Ekkehard Wolf 

Die unansehnliche Grünfläche an der Frankfurter Straße soll nun zu einem Schmuckstück werden. Als Blickfang ist ein ovaler Weg geplant, an dem drei Sitzbänke und drei Bewegungsgeräte angeordnet sind, die sich für Kinder wie für Senioren eignen: Armkurbeln für bewegliche Schultern, zwei Pendelscheiben fürs Gleichgewicht und ein Nordic Trainer mit beweglich gelagerten Spazierstöcken, an dem man Nordic Walking im Stehen betreiben kann. Als viertes Gerät war ursprünglich ein Bodentrampolin gedacht, das aber nun durch einen Baumstamm ersetzt wird. Eine Aufwertung der Grünanlage ist schon lange im Gespräch. Das städtische Spielplatzkonzept von 2011 enthielt erstmals die Vorstellung eines Mehrgenerationenplatzes, der für Menschen aller Altersgruppen gleichermaßen attraktiv ist. Die Pläne wurden mehrfach geändert. Die aktuelle Fassung stammt vom September 2013; bereits ein Jahr zuvor hatte das Stadtparlament den Mehrgenerationenplatz beschlossen.

Erst seit drei Tagen ist der Bagger auf dem Gelände. Eine Garten- und Landschaftsbaufirma aus Maintal-Bischofsheim hat mit den Arbeiten begonnen. Zunächst wird ein Teil des Erdreichs ausgebaggert, um den Unterbau für die Fußwege herzustellen. Farbige Schnüre markieren den Verlauf der Wege. Der ovale Weg bei den Spielgeräten wird gepflastert. Die bisherigen Trampelpfade werden mit einer wassergebundenen Decke befestigt. Die vorhandenen Bäume werden so ergänzt, dass eine Baumreihe entsteht. Sträucher nördlich des Ovals sollen als Sichtschutz zu den angrenzenden Geschäften der Frankfurter Straße 87 dienen. Der bisherige Rasen neben den Parkplätzen wird als Wildblumenwiese eingesät.

Die Umgestaltung lässt sich die Stadt 67.000 Euro kosten. Das Geld stammt laut Spielplatzkonzept aus dem Verkauf von nicht mehr benötigten Spielplatzgrundstücken, zum Beispiel im Wohngebiet Forschheimer See. Diese besondere Form der Finanzierung führte nach Angaben der Stadtverwaltung auch dazu, dass die Bauarbeiten erst jetzt erfolgen. Residenzleiterin Birgit Kusch von der K+S Seniorenresidenz sieht in der geplanten Grünanlage eine Bereicherung für mobile Bewohner. „Zur Bewegungserhaltung ist das eine nette Sache. Wir werden die Herrschaften dort hinführen und anleiten.“ Mit Rücksicht auf die Senioren habe die Stadt die Fußgängerampel vor dem Haus so eingestellt, dass sie länger Grün zeigt.

Ergotherapeuten und Alltagsbegleiter des Hauses unternehmen immer wieder Spaziergänge mit den Bewohnern, wie Birgit Kusch berichtet. Zudem biete K+S auch viele Bewegungsmöglichkeiten innerhalb der Seniorenresidenz: Yoga, Sitzgymnastik und Ballübungen gehörten zum täglichen Programm. Jeder Stadtteil soll laut Spielplatzkonzept einen solchen Mehrgenerationenplatz erhalten. Die Stadt will jedoch erst einmal Erfahrungen sammeln, wie der Platz in Nieder-Roden angenommen wird. Die Grünplaner im Rathaus befassen sich derzeit mit der Entstehung und Gestaltung eines Kinderspielplatzes am Tucholskyweg in Hainhausen.

Quelle: op-online.de

Kommentare