Helfer machen sauber, damit Gäste ihren Spaß am Strandbad haben

Sammler im Abendlicht

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Den Aufräumern bleibt nicht viel Zeit, um sauber zu machen: Wenn das Tageslicht weg ist, muss alles fertig sein. 

Nieder-Roden - Jeden Abend sorgen 15 Helfer dafür, dass sich das Strandbad am nächsten Morgen wieder von seiner besten Seite präsentiert. Sie räumen den Müll weg, den die Besucher hinterlassen. Von Peter Petrat 

Nach einer mythologischen Sage gab es einmal Heinzelmännchen, die Kölner Hausgeister, die ungesehen nachts fleißig ihre Arbeit verrichteten, während die Bürger schliefen. Die Aufräumer am Rodgauer Badesee treten ihren Dienst auch erst nach Betriebsschluss an, sind kaum zu sehen und legen keinen Wert darauf, für ihre tolle Arbeit in der Öffentlichkeit bekannt zu werden. Aber im Gegensatz zu den Fabelwesen gibt es sie tatsächlich.

„Das ist unser Strandbad, und da sind wir auch stolz drauf“, erklärt einer der 15 Helfer seine Motivation mitzumachen. Zwar bezahlt die Stadt die Aufräumer auch, doch das sei für ihn nicht ausschlaggebend, betont Thomas aus Rodgau. Ebenso wie viele seiner Kollegen sieht er den Job als Ausgleich nach seiner eigentlichen Arbeit.

Kraft ist gefragt, wenn die schweren Mülleimer geleert werden.

Thomas ist richtig stolz auf das, was er an zwei von drei Abenden mit Arbeitshandschuhen leistet. Vor einigen Tagen hat er sogar im Sand vergrabene Glasscherben an den Volleyballfeldern gefunden. Aus seiner Sicht eine Schweinerei. Aber er zieht genau daraus seine Motivation: „Es macht Spaß zu sehen, dass dort, wo am Abend noch Glasscherben im Sand liegen, morgen wieder Volleyballspieler rumspringen können, ohne sich zu verletzen.“ Ein besonderes Ärgernis sind Glasscherben und verkehrt herum in den Sand gesteckte Holzspieße von den Pommes Frites. Auch Zigarettenstummel am Kinderspielplatz gehören nicht auf den Boden. Doch auch darum kümmert sich das Aufräumkommando. Die Mülleimer werden geleert, Papier, Plastik und Essensreste von der Wiese aufgesammelt.

Da die Helfer erst nach Badeschluss anfangen, müssen sie sich beeilen, bevor das Tageslicht komplett verschwindet. Andererseits belohnt das auch ab und an mit einem traumhaften Sonnenuntergang am See. „Was man hier so alles findet“, staunen die Aufräumer manchmal nicht schlecht. Kinderspielzeug, Badeanzüge, Kämme, Unterwäsche, Schuhe und vieles mehr wird im Strandbad liegen gelassen. Einen vermissten Ehering am FKK-Strand haben sie trotz großer Bemühungen nicht gefunden.

Bilder: Strandbadfestival am See in Nieder-Roden

Neben der Bezahlung gibt es für die Helfer eine Freikarte für den Badesee und weitere Vergünstigungen. „Eine echt tolle Sache, und nebenbei auch noch frische Luft und Entspannung für Körper und Geist“, ist Thomas richtig begeistert. Allerdings ist die Arbeit mitunter schweißtreibend und manchmal auch ekelerregend: Wenn etwa nicht ordentlich zugeklebte Windeln im Mülleimer sind.

Wenn es heiß ist, müssen die Helfer fast täglich ran. Sie sind zwar in drei Gruppen eingeteilt, jedoch sind immer zwei davon im Einsatz. Außer Thomas ist auch sein jüngerer Kollege Leon von dem Job überzeugt. Die riesigen Müllmengen beeindrucken ihn jedes Mal aufs Neue. „Muss das denn sein?“, fragen sie sich. Es wäre schon toll, wenn die Besucher ihren Unrat in einen der vielen Abfalleimer werfen würden, appellieren sie. Und auch das Eingraben von Zigarettenstummeln oder Müll sollten sie unterlassen.

Quelle: op-online.de

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