Keine Angst vor widrigem Wetter

Kleintierknuddeln im Regen

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Kleine Tiere aus nächster Nähe erlebten die Besucher des dritten Nieder-Rodener Lämmerfests am Karfreitag. 

Nieder-Roden - Kleine Tiere, Mitmachspaß und Abenteuer - selbst bei kühlem Wind und Dauerregen offenbar für viele eine unwiderstehliche Mixtur.

Vor allem Familien lockte am Karfreitag das dritte Lämmerfest des Vereins „Mein Nieder-Roden“ auf das Gelände von Schäfer Markus Metzger an den S-Bahn-Gleisen. Wetterfeste Kinder und engagierte Eltern wurden beim Lämmerfest in Nieder-Roden mit einem besonderen Erlebnis belohnt: Während der gut zweistündigen Veranstaltung erblickten zwei Lämmchen das Licht der Welt. Sie waren sogar Zwillinge, was nach Aussage von Schäfer Markus Metzger bei Schafen fast ebenso selten wie bei Menschen ist. Als er die pechschwarzen Geschwister aus der Kinderstube holte, konnte er sich der Aufmerksamkeit von mehr als 80 Besuchern sicher sein. Für den 43-jährigen Tierwirt ist die Geburtshilfe in diesen Wochen schon Routine: Alle 30 Lämmer, die seine 35 Mutterschafe dieses Jahr zur Welt brachten, sind im März geboren.

Nur wenige Minuten alt waren zwei pechschwarzen Lämmer, die Schäfer Markus Metzger seinem Publikum zeigte. 

Weit über 100 Menschen haben zur Mittagsstunde bereits den Begrüßungsstand an der Pforte unweit des Bahnübergangs Krümmlingsweg passiert. Einige der rund 20 Helfer, die „Mein Nieder-Roden“ aufgeboten hat, verkauften dort Kuchen, Brezeln und Getränke. Der Erlös fließt in Projekte des Vereins. Vorstandsmitglied Günter Blum ist ob des Andrangs unter widrigen Bedingungen verblüfft: „Letztes Jahr waren es zwar mehr, aber da schien die Sonne“. An Leben und Trubel auf dem Gelände ist die Schäferfamilie ebenso gewöhnt wie ihre Zackelschafe und einige Ziegen. Souverän stolzierte Anton, mit zwölf Jahren ältester Hammel der Herde, unter den Besuchern umher und fügte sich gelassen in die Rolle des Reittiers, als Markus Metzgers Sohn Leonhardt sich auf seinen Rücken schwang. Sachkundig ging der Siebenjährige seinen Eltern zur Hand, schleppte Lämmer und Zicklein durchs Gewühl und führte anderen Kindern vor, wie eine Ziege richtig gemolken wird.

Beim Ausprobieren half dann der Papa: Erst das Euter berühren, damit die Geis die Handwärme spürt, dann mit Daumen und Zeigefinger kräftig zufassen. Die frische Ziegenmilch im Eimer verwendet die Familie später zum Backen oder fürs Müsli auf dem Frühstückstisch. An Besucher ausgeben will er sie nicht: „So frische, unbehandelte Milch ist die Verdauung in der Regel nicht gewöhnt. Das kann Probleme geben“. Dafür bekam das Publikum Spannendes zu sehen: Hütehündin Abby zog - von Herrchen mit Gesten und Rufen dirigiert - immer engere Kreise um die Herde, trieb sie zusammen und zielsicher in den Pferch. Beim Füttern durften die Kinder später helfen. Viele von ihnen machten das nicht zum ersten Mal: Immer wieder hat Markus Metzger Schulklassen und Kita-Gruppen aus ganz Rodgau und Umgebung zu Gast. Zum Lämmerfest hatte Günter Blum alle Kindergärten in Nieder-Roden eingeladen. Der Schäfer unterstützt die derzeit 35 Aktive starke Stadtteil-Initiative nach Kräften und lobt die Zusammenarbeit. Kontakt zur Öffentlichkeit hält er auch auf anderen Wegen: In Kooperation mit der Volkshochschule gibt er Schafscher-Kurse, den nächsten am 30. April. Bereits am 14. April hat er Lehrer, Erzieher und Verwaltungsmitarbeiter zu Gast. Kursthema: „Landwirtschaft für Nicht-Landwirte“. (rdk)

Quelle: op-online.de

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