In Nieder-Roden

Osterfeuer: Standhaft geblieben

+
Den besten Blick aufs Osterfeuer hatte man vom Korb der Drehleiter. Doch der war nur Wenigen vergönnt. So dicht wie am Anfang saßen die Besucher nur kurz: Je höher die Flammen loderten und je mehr die Holzstämme durchglühten, desto weiter rückten die Leute weg.

Nieder-Roden - Ein Feuer von drei oder vier Metern Höhe reicht aus unmittelbarer Nähe betrachtet scheinbar bis in den Abendhimmel und wärmt selbst bei doch reichlich kühlen Frühlingstemperaturen alle, die sich gesellig um den Holzstapel versammelt haben.

Wie jedes Jahr ließ sich die Feuerwehr Süd auch von Wind und Wetter nicht davon abhalten, ihr Osterfeuer am ehemaligen Festplatz in Nieder-Roden zu entzünden. Und so konnten mehrere hundert Besucher das wichtigste Fest im Christentum rund ums wohl größte Rodgauer Lagerfeuer des Jahres genießen. Sie empfanden die Atmosphäre als einzigartig. Denn bei Einbruch der Dämmerung war der Platz an der Feuerwache in ein warmes, rotes Licht getaucht und beim Osterfeuer herrschte ein entspanntes Klima.

Die Kapelle der Rodgauer Feuerwehren hatte am Samstagabend ihre Osterfeuer-Premiere.

Rund um die nach kurzer Zeit doch sehr hohen Flammen waren die kühle Abendluft und damit auch das eher bescheidene Wetter der vorigen Woche schnell vergessen. In der Nähe des wärmenden Feuers konnte der ein oder andere schon mal ein kühles Bier genießen, ohne dabei zu frösteln. Doch so schön und gemütlich, wie sich das Fest am Abend des Karsamstags für die Besucher gestaltete, war die Organisation für die Feuerwehr nicht gewesen. Denn das Holz musste bereits eine Woche zuvor gesammelt werden und hatte über die stürmischen und regnerischen Tage doch einiges an Feuchtigkeit abbekommen. Noch dazu hatte es auch am Samstagvormittag geregnet, was die Vorbereitungen aufs eigentliche Fest zusätzlich erschwerte. „Das Wetter war doch ziemlich widrig“, bedauerte Alexander Höhn von der Einsatzabteilung der Feuerwehr Süd.

Doch von all dem war abends zum Glück nicht mehr allzu viel zu merken. Im Gegenteil, die Feuerwehr hatte an fast alles gedacht. Ihre noch relativ junge Blaskapelle sorgte erstmals beim Osterfeuer für die musikalische Unterhaltung, und außerdem hatte die Jungfeuerwehr sich um ein kleineres und ungefährlicheres Lagerfeuer gekümmert, so dass Kinder auch Stockbrot backen konnten. Das große Feuer brannte letztlich bis in die Nacht hinein, und sogar bis in die Morgenstunden hielt die Feuerwehr noch Brandwache. Doch all der Aufwand war die Mühe offensichtlich wert, fanden Besucher und Helfer.

sjs

Quelle: op-online.de

Kommentare