Treffen der Pfeifenraucher beim SKV Hainhausen

Rauchzeichen in geselliger Runde

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Genuss und Geselligkeit: Pfeifenraucher aus der Region treffen sich einmal im Monat zum Stammtisch im Raucherraum der SKV-Gaststätte in Hainhausen.

Hainhausen - Ruhe, Genuss und Abstand vom Alltag: Pfeifenraucher sehen in ihrer Leidenschaft mehr als die schnelle Dosis Nikotin. In Rodgau gibt es sogar einen eigenen Pfeifenraucher-Stammtisch. Dazu treffen sich Raucher von Marburg bis Mühltal beim SKV Hainhausen. Von Sven Stripling 

Wer von Rauchern spricht, denkt man vor allem an die Zigarettenraucher, die man jeden Tag auf der Straße sieht. Die traditionellen Pfeifenraucher geraten dabei oft in Vergessenheit, nicht zuletzt da man eine Pfeife schlecht mal eben zwischendurch rauchten kann. Doch es gibt sie noch, die Raucher „vom alten Schlag“. Wer am zweiten Donnerstag im Monat die Gaststätte des SKV Hainhausen besucht, der nimmt vielleicht einen aromatischen Duft wahr, der nicht aus der Küche kommt. Im Raucherraum trifft sich der Rodgau-Stammtisch der Pfeifenraucher. Neben einem bläulichen Dunst liegen dort die Aromen der verschiedensten Tabaksorten in der Luft: Virginia, Burley und wie sie alle heißen.

„Beim Pfeiferauchen geht es um einen Moment der Ruhe. So ein ,Quickie’ wie mit der Zigarette, das geht da nicht so einfach“, ist man sich in der Runde einig. Doch was zeichnet das Pfeiferauchen besonders aus? Und wie kommt man eigentlich dazu? Die „Faszination Pfeiferauchen“ mag vielleicht auch von Beispielen wie dem Romanhelden Sherlock Holmes oder der Comicfigur Popeye herrühren. Ein Mitglied des Stammtischs beruft sich auf die klassischen Weckmänner, kleine, Pfeife rauchende Männchen aus Gebäck, die man aus der Kindheit kennt. Sie seien für ihn der Anstoß gewesen, sich am Pfeiferauchen zu probieren. Auch viele bekannte Persönlichkeiten waren und sind Pfeifenraucher, etwa Günter Grass, Claude Chabrol, Herbert Wehner oder Wolfgang Schäuble.

Dass die Raucher am Stammtisch ihrer Pfeife treu geblieben sind, mitunter schon über 40 Jahre, hat weitaus mehr Gründe. Für sie ist das Pfeiferauchen ein Ritual. Ob morgens beim Frühstück oder abends bei einem Gläschen Wein, die Pfeife verspricht die nötige Ruhe und Abstand vom Alltag. Ganz im Gegensatz zu Zigaretten erfordert das Pfeiferauchen allerdings auch Zeit und Pflege, vor allem in Form von Reinigung. An einer Pfeife kann man gut 30 bis 60 Minuten rauchen, wenn man sie richtig gestopft hat. Diese Zeit muss man sich aber auch nehmen. Gerade das ist für viele Mitglieder des Stammtisches ein Anlass, sich zusammenzufinden. Wieso nicht in Gesellschaft, bei einem Bier und einem netten Abendessen seine Pfeife rauchen?

In den Lokalen ist das Rauchen wegen des Rauchverbots nicht mehr so einfach, auch nicht für „Exoten“ wie Pfeifenraucher. Das war für Gerd Grosser ein Grund, in der Gaststätte des SKV Hainhausen nach einem Lokal für seinen Pfeifenraucherstammtisch zu suchen, als er diesen 2007 ins Leben rief. Ehemalige Stammtische, auch in Frankfurt, die er zuvor besucht hatte, hatten sich aufgelöst. Dass das Pfeiferauchen eine wirkliche Leidenschaft sein kann, wird an der Anreise erkennbar, die einige Stammtischfreunde auf sich nehmen. Sie kommen etwa aus Groß-Gerau, Gelnhausen oder Marburg, um sich mit Gleichgesinnten zu treffen, Tabaksorten untereinander zu probieren und alles zu besprechen, was inner- und außerhalb des Dunstkreises der Pfeifenraucher liegt.

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Nur durch den Austausch könne man die Vielfalt des Pfeiferauchens begreifen, sagt Hans-Joachim Ziglowski, der in seinem Atelier in Mühltal selbst Pfeifen herstellt. Da pflichten ihm die anderen Teilnehmer der Runde bei: Beim Pfeifenrauchen geht es für sie auch um Kunsthandwerk und Sammelleidenschaft. Gerd Grosser aus Hainhausen zum Beispiel schätzt seine private Pfeifensammlung auf 250 Exemplare. Für alle, die insgeheim auch schon mal an einen Umstieg von Zigarette auf Pfeife gedacht haben oder sich dafür interessieren, bietet der Rodgauer Stammtisch also das passende Forum. „Für Zuwachs sind wir immer offen und es kann jeder kommen, der sich informieren möchte. Wir sehen monatlich immer mal wieder neue Gesichter“, so Gerd Grosser. Der nächste Stammtisch ist am Donnerstag, 13. August, um 19 Uhr.

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Quelle: op-online.de

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