Pokerliga Rodgau

Miene des Gegners studieren

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Für viele entfaltet das Glückspiel dadurch seinen Reiz, dass man die Reaktionen und das Verhalten der anderen sehen kann und versucht, einzuschätzen.

Hainhausen - Showmaster Stefan Raab ist mit einem eigenen Fernsehformat auf den Zug aufgesprungen und Stars wie Weltfußballer Ronaldo und Tennislegende Boris Becker sind prominente Werbefiguren für das Pokerspiel geworden. Von Peter Petrat 

Doch auch wenn im Fernsehen nur Online-Spielmöglichkeiten beworben werden, hat das Spiel für viele den besonderen Reiz darin, seinen Mitspielern auch tatsächlich gegenüber zu sitzen. Das jüngste Turnier der Pokerliga Rodgau war aus diesem Grund wieder gut besucht. Wieder nutzten viele die Gelegenheit für eine spannende Runde Texas Hold’em, wie sich die wohl beliebteste Turniervariante nennt. In der Gaststätte „Bei uns“ wurde auf Einladung des Vereins wieder fleißig geblufft, gezockt und gelacht. Zunächst an sieben, später sogar an acht Tischen spielten Pokerfreunde jeden Alters um einen Platz am Finaltisch.

Weitere Infos:

www.pokerliga-rodgau.de

sowie im Artikel

Zwischen Berechnung und Zufall

Seit 2008 veranstaltet der Verein neben den Sachpreisturnieren auch regelmäßige Ligaspiele. In vier Spielklassen kämpfen jede Woche etwa 40 Spieler um Punkte. Eine Saison besteht aus zehn Spieltagen, was etwa auch einem Zeitraum von zehn Wochen entspricht. Während man bei den Turnieren vorbeischauen und mitspielen kann, muss man sich für die Ligaspiele vor einer Saison anmelden. Die Idee, das Spiel zu professionalisieren, hatten damals Andy Sanders, Jorin Karner und Nikias Karner, die dem Verein auch vorstehen.

„Online-Casinos sind für uns keine Konkurrenz“, erklärt Sanders. Viele übten dort erst einmal anonym, bevor sie sich in ein echtes Match trauen. „Das Spiel mit den Chancen und Wahrscheinlichkeiten ist zwar schon interessant, aber ich will meine Mitspieler vor mir sitzen haben“, erklärt ein Turnierteilnehmer. Nur so entfalte der Zeitvertreib seinen ganzen Reiz, indem man die Reaktionen und das Verhalten der anderen Spieler direkt sehen und einschätzen könne. Einen Boom habe es gegeben, als vor ein paar Jahren ein Deutscher die Poker-Weltmeisterschaft gewonnen habe, ansonsten sei die Beliebtheit konstant, berichtet Andy Sanders, der neben vielen Stammgästen auch immer wieder neue Gesichter entdeckt.

Raubüberfall auf Promi-Poker-Turnier in Berlin

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Am Spieltisch wird fleißig geblufft, gezockt und gelacht. Auch bei einer Niederlage gibt es kein böses Wort.

Trotz aller Strategie und Taktik bleibt Poker ein Glücksspiel. Allzu ernst nimmt das Kartenspiel niemand. Viele der Spieler kennen sich bereits untereinander, es wird gelacht, erzählt und auch bei einer Niederlage gibt es kein böses Wort. Die gesponserten Sachpreise kennt kaum einer der Anwesenden, wie Nachfragen unter den Spielern zeigen. Bei den regelmäßig hochwertigen Hauptpreisen zeigt das, wie sehr eben doch nur der Spaß im Vordergrund steht. Diesmal wurden unter anderem eine Reise zu einem bekannten Pokerturnier in Tschechien samt Startgeld, vier Tage Wellnesshotel, ein Tischkicker und ein Blu-Ray-Player gewonnen.

Aus ihrer Leidenschaft für das Pokerspiel ist bei Andy Sanders, Jorin Karner und Nikias Karner inzwischen auch eine Geschäftsidee entstanden. Mit „Casino 4 Home“ verleihen sie Spieltische und Personal für Feiern und Veranstaltungen. Noch sind widmen sich der Mediengestalter, der Flugbegleiter und der Student aber nebenberuflich diesem Geschäftsfeld. Dass aber zumindest einer der drei Kartenfreunde sich bald vorrangig um die Firma kümmert, ist nicht ausgeschlossen. Das nächste Sachpreisturnier soll um die Fastnachtszeit stattfinden, kurz danach oder kurz davor.

Quelle: op-online.de

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