Im Verein „Auf der Höhe“

Problem-Pächter nutzen Garten als Müllplatz

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So sah ein Garten bis zum vergangenen Wochenende aus. Inzwischen wurde der Müll entfernt. Nur das Streifenfundament unter dem zerstörten Holzfußboden blieb stehen.

Hainhausen - Einige wenige ehemalige Problem-Pächter gefährden den Ruf des Kleingärtnervereins „Auf der Höhe“. Sie räumen ihre verwahrlosten Parzellen nicht. Von Bernhard Pelka 

Bauschutt, vollgestopfte, blaue Müllsäcke, Abbruchreste von einer Gartenlaube, das Gras steht gut einen Meter hoch: der Kleingarten als Müllplatz. Beim Kleingärtnerverein „Auf der Höhe“ herrschen bedauerliche Zustände. Zwar ist die überwiegende Mehrheit der 56 Parzellen prima in Schuss – grüne Oasen sozusagen. Einige Gärten werden aber zweckentfremdet. Nicht nur Dreck und Zerstörung sind das Problem. Auch sieht es danach aus, als werde auf manchen Parzellen alles andere gemacht als überwiegend angebaut. Spielt dort der Freizeitspaß die Hauptrolle? Der Vorstand kennt die Problemfälle und geht dagegen vor, will sich vor der Presse zu der Situation aber nicht äußern. Vergangene Woche wurde eine der verwilderten Flächen vom Verein übernommen und geräumt. Offenbar konnte man zuvor an den eigentlichen Verursacher einige Zeit lang nicht herankommen.

Keine gute Werbung für den Kleingärtnerverein „Auf der Höhe“.

Auch der Vorsitzende des Stadt- und Kreisverbands der Kleingärtner Offenbach, Dieter Weppe, mag gegenüber unserer Zeitung zu dem konkreten Fall nichts sagen. Ihm sei von diesem „bedauerlichen Einzelfall“ nichts bekannt. Die Mitgliedsvereine im Stadt- und Kreisverband seien autonom und müssten das selbst regeln. Er werde sich nicht einmischen. Allgemein hätten Vereinsvorstände die Möglichkeit, gegen Problem-Pächter Mahnungen auszusprechen. Bei der zweiten Mahnung werde die fristlose Kündigung angedroht, die mit der dritten Mahnung dann ausgesprochen werde. Dem Pächter sei zur Flurbereinigung eine „angemessene Zeit von zwei bis drei Wochen“ einzuräumen.

Bilder: Offene Gärten in Rodgau

Der Knigge für Kleingärtner ist das Bundeskleingartengesetz. Es schreibt zum Beispiel vor, dass Gartenlauben inklusive überdachtem Freisitz nur 24 Quadratmeter Fläche einnehmen dürfen. Und es sieht die Drittel-Regelung vor: Ein Drittel der Gartenfläche muss dem Anbau von Gemüse dienen, ein weiteres Drittel dem Anbau von Obst, der Rest ist Freizeitgelände. Der Kleingärtnerverein Auf der Höhe wurde 2010 als Ausgleich für damals aufgegebene Gärten zwischen Rodau und Finkenweg gegründet. Die Stadt verpachtete das Gelände an den Verein. Stadt-Sprecherin Sabine Fischer sagt, dies sei verbunden mit der Erwartung, dass der Verein seine Unterpächter zum ordnungsgemäßen Bepflanzen der Parzellen anhält. Der Stadt- und Kreisverband betreut in 34 Kleingärtnervereinen insgesamt 3593 Mitglieder.

Quelle: op-online.de

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