Projektwoche an der kompletten Georg-Büchner-Schule

Eigene Radiosendung produziert

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Volker Hildebrandt freut sich, dass beim Bumerang-Kurs auch mal handwerklich gearbeitet wird.  

Jügesheim - Im kleinen Büro von Elfi Sannwald-Kunkel ist die Hölle los: Wer Stellwände braucht, die Turnhalle, einen Laptop, dicke Filzstifte oder Magnete wird dort fündig oder bekommt immerhin die nötigen Informationen, wen er fragen muss. Von Simone Weil 

Gefühlt sind es 20 Leute, die das Räumchen bevölkern. Die Leiterin des Haupt- und Realschulzweigs der Georg-Büchner-Schule (GBS) telefoniert, gibt Anweisungen und druckt Listen aus. „Was braucht ihr für die Präsentation?“, ist eine der Fragen, die sie derzeit am meisten beschäftigen. Die Organisation der jahrgangs- und schulformübergreifenden Projektwoche, an der sich mehr als 800 Schüler beteiligen, ist ein Kraftakt. Bereits im Dezember fängt die Pädagogin an, sich Gedanken zu machen und externe Helfer anzuschreiben. Mit einem kleinen Team, das sich aus Vertreterinnen des Fördervereins und Schülern zusammensetzt, geht es in dieser Woche an die Umsetzung.

Von Niki de Saint Phalle inspiriert: Schülerinnen mit ihren „Nanas“.

Aus 50 Angeboten konnten die Schüler wählen, die jeweils fünf Favoriten nennen konnten. Bis auf ein so schwieriges Thema wie die Hospizarbeit fanden sich für alle Angebote Teilnehmer. Nicht alle findet Projekte finden in der Schule statt, manches wurde an andere Lernorte ausgelagert. Dank der Unterstützung zahlreicher Sportvereine darf die GBS Hallen und Räume von Weiskirchen bis Nieder-Roden nutzen. „Ich glaube, wir blockieren alles“, sagt Elfi Sannwald-Kunkel. Beim großen Präsentationstag wollen alle Beteiligten zeigen, was sie in der um den Feiertag verkürzten Woche auf die Beine stellen konnten. Deswegen sind für den heutigen Freitag, 29. Mai, ab 15 Uhr Eltern eingeladen, sich in der kooperativen Gesamtschule zwischen 15 und 18 Uhr in der Pausenhalle und der Aula anzuschauen, womit sich ihr Nachwuchs beschäftigt hat.

In der Schule herrscht emsiges Treiben, obwohl ja manche Gruppen auswärts tagen. Sport spielt eine große Rolle: Drei Fußballprojekte beschäftigen sich mit Fairness, Regeln, Technik und Taktiken – übrigens wird ein Kurs angeleitet vom ehemaligen Hausmeister Otto Hahn, der im Sportverein aktiv ist. Außerdem können Tennis, Rugby, Volleyball, Handball und Capoeira ausprobiert werden. Auch Musik spielt eine Rolle. So geht es im Kurs „Alles ist Musik: Field-Recording und Musikproduktion darum, Alltagsgeräusche aufzunehmen und so zu bearbeiten, dass sie zum Musikstück werden.

Projektwoche an der  Georg-Büchner-Schule

Mikroskopieren, alte Meister kopieren, tolle Taschen entwerfen und nähen, Schmuck selbst machen oder innerhalb kürzester Zeit Standardtänze für den Abschlussball lernen, das Spektrum der Angebote ist riesig. Während in einem Raum Fliesen nach Motiven von Franz Marc entstehen wird gegenüber eine Radiosendung von etwa einer Stunde vorbereitet, die von den Schülern fürs Frankfurter Stadtradio radio x geplant und am 12. Juni gesendet wird. Dafür haben die jungen Leute Interviews gemacht und stellen Musikvorschläge zur Wahl. Neben den vielen kreativen Kursen gibt es auch Inhalte wie „SOS – Asyl?“, das sich mit der Situation der Flüchtlinge beschäftigt, Religion im Mittelalter, Linux-Grundlagen und Logik- und Knobelaufgaben. Gefragt ist auch der Bumerang-Kurs bei Volker Hildebrandt: Die fliegenden Hölzer werden nach dem Motto „von der Holzverarbeitung bis zu Physik“ selbst gefertigt, geschliffen und dann auf ihre Flugtauglichkeit getestet. Das macht auch dem stellvertretenden Schulleiter Spaß.

Quelle: op-online.de

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