Royale Fangemeinde aus Rodgau

Ein Herz für die Queen

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In England geboren und in Rodgau und Rödermark zuhause: Gillian Thomin, Judy Bauer und Mary Loewe (von links) freuen sich sehr über den Besuch ihrer Queen.

Rodgau - Sobald Queen Elisabeth II. heute um 12. 30 Uhr auf dem Frankfurter Römerberg die Nähe zum begeisterten Volk sucht, begleitet auch aufgeregtes Herzklopfen aus Rodgau den Besuch Ihrer Majestät. Von Bernhard Pelka 

Die Britinnen Gillian Thomin und Mary Loewe aus Nieder-Roden werden Fähnchen schwingend und glücklich den historischen Moment live genießen. Auch Gillian Thomins Söhne Alastair, Jeremy und Damian sind dabei und jubeln der Monarchin zu. Nur die Sechste aus der kleinen Rodgauer Fangemeinde, Judy Bauer, kann das Großereignis nur zuhause nachträglich am Fernsehschirm verfolgen. „Ich habe mittags leider keine Zeit“, bedauert sie.

Der Queen-Besuch im Ticker

Die drei Freundinnen sind überzeugte Anhängerinnen der Queen und der königlichen Familie. Mary Loewe verbindet mit der Monarchin sogar ein äußerst emotionales Erlebnis. Als Elisabeth II. am 2. Juni 1953 in der Westminster Abbey in London zur Krönung schritt, durfte an der prachtvollen Zeremonie aus jeder Schulklasse in England ein einziges Kind teilnehmen. Die Wahl fiel ausgerechnet auch auf die damals zwölfjährige Mary aus der Grafschaft Kent im Südosten Englands. Diesen unvergleichlichen Glücksmoment hat die Dame bis heute nicht vergessen. Klar, dass sie jetzt in Frankfurt nicht fehlen will. „Ein drittes Mal werde ich die Queen nicht persönlich sehen können.“

Stolz, Achtung, Respekt und Bewunderung schwingen auch mit, wenn Gillian Thomin von ihrer Königin spricht. „Sie ist eine bewundernswerte Person, ein Vorbild an Geradlinigkeit und Disziplin.“ Judy Bauer, in London aufgewachsen, wiederum rechnet den Royals hoch an, „dass sie im Krieg nicht abgetaucht sind, sondern ihrem Volk treu geblieben sind und es unterstützt haben“. Elisabeth habe als gelernte Mechanikerin sogar Militärfahrzeuge repariert. Für Judy Bauer ist die Monarchie auch heute noch „ein Teil unserer Identität“. Und das, obwohl die Frau schon seit 1968 in Deutschland lebt.

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Gillian Thomin kam 1970 mit 18 Jahren als Au-Pair aus einer Stadt nahe Liverpool nach Frankfurt. Die damals geknüpften Kontakte waren der Grundstein dafür, 1977 – nach dem in England absolvierten Studium – wieder nach Deutschland zu kommen. 1977 lernte sie hier ihren Mann kennen – und blieb. Warum lassen sich die Briten ihre Monarchie gerne Millionen kosten? Das sei ein verzerrtes Bild, ist Gillian Thomin überzeugt. „Die Queen ist eine Attraktion und bringt Millionen ins Land. Allein das 60-jährige Krönungsjubiläum hat zehn Milliarden Pfund eingebracht“, rechnet die überzeugte Royalistin vor. „Der Geldfaktor ist absolut kein Argument. Die Queen hat genug eigene Einkünfte. Der Steuerzahler muss nicht für sie einstehen.“ Nicht vergessen dürfe man die Unterstützung karitativer Zwecke. Also dann: God save the Queen!

Quelle: op-online.de

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